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Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

4.

Und dieses wäre hinreichend zur gänzlichen Widerlegung der neuen Juden, welche den Herrn verläugnen, die Väter verleumden, und alle Christen zu betrügen trachten. Allein weil sie wähnen, aus einigen Theilen seines Briefes Veranlassungen schöpfen zu können, den Bischof zu verleumden, wohlan, so wollen wir auch diese Theile in das Auge fassen, damit auch aus eben diesen die Nichtigkeit ihres Geschwätzes nachgewiesen werde, und damit sie endlich, wenn auch spät, aufhören den Herrn bei sich zu lästern, und wenigstens mit den Soldaten, wenn sie die Schöpfung Zeugniß geben sehen, bekennen, daß dieser wahrhaft der Sohn Gottes, und kein Geschöpf ist. Sie sagen also, „Dionysius seligen Andenkens habe in seinem Briefe gesagt, der Sohn Gottes sey etwas Gemachtes und Geschaffenes, derselbe sey der Natur nach nicht eigen, sondern der Wesenheit nach von dem Vater verschieden, wie es der Weinbauer von dem Weinstocke, der Schiffbauer von dem Nachen ist; denn da er etwas Gemachtes sey, war er nicht, ehe er gemacht wurde.“ Ja, er hat dieses geschrieben; auch wir bekennen, daß ein solcher Brief von ihm vorhanden sey. Allein wie er diesen schrieb, so schrieb er auch noch sehr viele andere Briefe, welche jene gleichfalls hätten [S. 260] lesen sollen, auf daß aus allen, und nicht bloß aus dem einzigen, der Glaube des Mannes dargethan würde. Denn wenn ein Schiffbauer viele Dreiruderer verfertiget hat, so wird seine Kunst nicht nach einem einzigen, sondern nach allen beurtheilt. Wenn er nun schlechtweg, um seinen Glauben zu erklären, diesen Brief, von welchem sie sprechen, geschrieben hat, oder wenn er nur diesen allein geschrieben hat, so mögen sie ihn beschuldigen, wie sie wollen; denn eine solche Denkungsart ist wahrhaft eine Anklage. Hat ihn aber eine Rücksicht auf Zeit und Person solches zu schreiben bewogen, und hat er nachher, um sich hinsichtlich dessen, wodurch er verdächtig geworden war, zu vertheidigen, auch andere Briefe geschrieben, so hätten sie wieder die Ursachen des Schreibens nicht aus den Augen lassen, und gegen den Mann nicht voreilig Haß erregen sollen, damit es nicht scheinen möchte, daß sie nur nach Wörtchen haschen, die Wahrheit aber, welche sich in den übrigen Briefen ausspricht, übergehen. Denn auch der Landmann verfährt mit ebendenselben Bäumen wegen der vorhandenen Beschaffenheit des Bodens anderswo anders; und Niemand wird ihn deßwegen tadeln, weil er einen Baum beschneidet, einem andern ein Zweig einpfropft, einen pflanzt, und einen andern ausreißt; sondern man wird vielmehr, wenn man die Ursache kennen gelernt hat, die mannigfaltige Kenntniß des Mannes bewundern. Haben sie also seine Schriften nicht bloß oberflächlich gelesen, so mögen sie mir auch den Inhalt des Briefes sagen; denn so wird ihre Verleumdung und die Schlechtigkeit ihrer Absicht an den Tag kommen. Weil sie ihn aber nicht wissen, oder ihn anzugeben sich schämen, so müssen wir ihn darlegen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger