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Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

3.

Da sie nun dieses auch selbst einsehen, und auf ihre eigene Sache kein Vertrauen setzen, legen sie gottesfürchtigen Männern erdichtete Ansichten bei. Allein sie hätten lieber, da sie von Allem verlassen sind, und einsehen, daß [S. 258] sie bei den Fragen überall in Verlegenheit kommen und mit aufgesperrtem Munde schweigen müssen, ihre Meinung ändern und vielmehr von dem Pfade des Irrthumes zurückkehren, als Männer, welche sie nicht kennen, unter die Ihrigen zählen sollen, damit sie nicht, auch von diesen überführt, noch größere Schande davon tragen möchten. Aber sie werden vielleicht von dieser Bosheit nie abstehen wollen, denn in diesem Stücke sind sie Nebenbuhler des Kaiphas und seiner Anhänger, so wie sie auch die Verleugnung Christi von ihnen gelernt haben. Denn auch jene nahmen, obwohl Christus so viele und so große Wunder gethan hatte, durch welche er sich als Christum den Sohn des lebendigen Gottes zu erkennen gab, da sie, von ihm überführt, in Allem gegen die Schriften dachten und sprachen, und die Beweise, durch welche sie überführt wurden, nicht einmal ein wenig anzublicken vermochten, zu dem Patriarchen ihre Zuflucht, indem sie sagten:1 „Abraham ist unser Vater;“ in der Meinung, daß sie hiedurch ihre Thorheit verbergen könnten. Allein einerseits haben jene durch diese Worte nichts gewonnen; andererseits werden diese dadurch, daß sie den Dionysius nennen, demselben Vorwurfe, dessen sich jene schuldig machten, nicht entgehen können. Denn auch jene hat der Herr durch ihre eigenen Verbrechen überführt, indem er sprach:2 „Dieses hat Abraham nicht gethan;“ und ebenso wird die Wahrheit selbst diese der Gottlosigkeit und Lüge überweisen, und zeigen, daß der Bischof Dionysius die Ansichten des Arius keineswegs hatte, und daß er die Wahrheit gar wohl kannte. Allein sowohl die damaligen, als auch diese jetzigen neuen Juden haben von dem Teufel, ihrem Vater eine solche Wuth gegen Christum als Erbe empfangen. Wahrlich ein großer Beweis, daß sie auch hierin nicht die Wahrheit reden, sondern den Mann verleumden, ist dieses, daß derselbe weder jemals von andern Bischöfen der [S. 259] Gottlosigkeit schuldig befunden und seines Bisthumes entsetzt wurde, wie jene aus der Geistlichkeit ausgestossen wurden, noch, um eine Irrlehre zu verbreiten, aus der Kirche trat, sondern daß er in derselben gottselig entschlief, und daß sein Andenken bisher mit dem der Väter gefeiert und in den Kalender eingetragen wurde. Denn hätte er mit jenen gleiche Ansichten gehabt, oder hätte er von dem, was er geschrieben hatte, nicht Rechenschaft gegeben, so unterläge es keinem Zweifel, daß ihm ebendasselbe widerfahren wäre, was jenen widerfuhr.

1: Joh. VIII, 39.
2: Joh. VIII, 40.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger