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Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

24.

Dieses hat Arius entweder niemals gehört, oder wenn er es hörte, in seiner Unwissenheit nicht verstanden. Denn hätte er es verstanden, so würde er gegen den Bischof keine [S. 283] solchen Lügen verbreitet, sondern vielmehr ihn, wie uns, wegen seines Hasses gegen die Wahrheit mit Lästerungen überhäuft haben. Denn da er Christi Feind ist, wird er nicht zögern, auch diejenigen zu verfolgen, welche christlich denken, wie der Herr selbst vorhergesagt hat:1 „Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen.“ Oder glauben die Beschützer der Gottlosigkeit, Dionysius habe mit ihnen gleiche Denkweise, so sollen sie dasselbe, wie er, schreiben und bekennen; sie sollen schreiben jene Beispiele von dem Weinstocke und dem Weingärtner, von dem Schiffe und dem Schiffbauer; und sie sollen mit ihm bekennen, was jener zur Vertheidigung der gleichen Wesenheit gesagt hat; sie sollen bekennen, daß der Sohn aus der Wesenheit des Vaters ist, und seine Ewigkeit, und die Verwandtschaft des Verstandes mit dem Worte, der Quelle mit dem Flusse, und so weiter; auf daß sie doch wenigstens aus der Verschiedenheit erkennen, wie er zwar Ersteres aus Rücksicht auf die Umstände, dieses aber, wie es der Inhalt des frommen Glaubens erfordert, gesagt hat. Und dann mögen sie, dieses bekennend, ihre diesem entgegengesetzte Meinung fahren lassen. Denn worin kommt der Glaube des Dionysius den Schlechtigkeiten des Arius nahe? Behauptet nicht Arius, das Wort sey nur dem Gedanken nach, Dionysius dagegen, es sey in Wahrheit und der Natur nach Gottes Wort? Jener entfremdet das Wort dem Vater; dieser aber lehrt, es sey der Wesenheit des Vaters eigen und von derselben untrennbar, wie das Wort von dem Verstande, und der Fluß von der Quelle. Wenn nun Jemand das Wort und den Verstand trennen, und beide einander entfremden, oder den Fluß und die Quelle theilen, und durch eine Mauer scheiden kann; oder wenn es Jemand wagt, zu sagen, der Fluß habe eine andere Wesenheit, als die Quelle, und zu zeigen, das Wasser des Flusses sey ein anderes, als das der Quelle; [S. 284] oder wenn es Jemand wagt, den Glanz von dem Lichte zu trennen und zu behaupten, der Glanz sey aus einer andern Wesenheit und nicht aus dem Lichte; so mag dieser mit Arius wahnsinnig seyn; denn ein solcher Mensch wird offenbar nicht einmal mehr einen menschlichen Verstand haben. Erkennt aber die Natur selbst, daß diese Dinge unzertrennlich sind, und daß das Erzeugniß dieser Dinge denselben eigen ist; so soll ferner Niemand mehr arianisch denken, noch den Dionysius verleumden; sondern man bewundere vielmehr hieraus die Deutlichkeit seiner Abhandlung, und die Richtigkeit seines Glaubens.

1: Joh. XV, 20.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger