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Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

23.

Da aber Arius zu allen seinen Schlechtigkeiten auch noch diesen Ausspruch, wie aus einer Mistgrube, sich zusammengerafft hat, und dieses beifügt: „Das Wort ist dem Vater nicht eigen, sondern das Wort in Gott ist ein anderes; dieser Herr aber ist der Wesenheit des Vaters fremd und von derselben verschieden, und wird nur dem Gedanken nach Wort genannt, und ist nicht der Natur nach und in Wahrheit Sohn Gottes; sondern dieser wird in Folge der Annahme an Kindes-Statt Sohn genannt, wie das Geschöpf.“ Und indem er solches behauptet, rühmt er sich bei solchen, welche die Sache nicht wissen, als hätte hierin Dionysius mit ihm gleiche Meinung; siehe auch in Bezug auf dieses den Glauben des Dionysius, und mit welchem Nachdrucke er diese Irrthümer des Arius bekämpft. Er schreibt nämlich im ersten Buche so: „Es ist nun oben gesagt worden, Gott sey die Quelle alles Guten, der Sohn aber wurde der von demselben ausgehende Strom genannt; denn das Wort ist ein Ausfluß des Verstandes, und wird (um nach Menschen-Weise zu reden) aus dem Herzen durch den Mund hervorgebracht. Der Verstand aber, welcher mittelst der Zunge hervoreilt, ist verschieden von dem Worte, welches im Herzen ist; denn dieses bleibt, nachdem es jenes hervorgesendet hat, zurück, und ist, wie es zuvor war; das hervorgesandte aber fliegt heraus, und schwebt überall herum; und so ist eines in dem andern, obschon es von dem andern [S. 282] unterschieden ist; und sie sind Eins, obschon sie zwei sind. Denn so ist von dem Vater und dem Sohne gesagt worden, daß sie Eines und in einander sind.“ Im vierten Buche aber spricht er so: „Denn wie unser Verstand von sich selbst das Wort von sich gibt, wie der Prophet sagt:1 „Mein Herz gab von sich ein gutes Wort,“ und eines von dem andern verschieden ist, und einen besondern und von dem andern verschiedenen Platz einnimmt, indem nämlich jenes in dem Herzen, dieses aber aus der Zunge und im Munde wohnt und sich bewegt; (sie sind jedoch nicht von einander entfernt, und sie werden ganz und gar nicht einander beraubt; und der Verstand ist nicht ohne Wort, noch das Wort ohne Verstand; sondern der Verstand bildet das Wort und zeigt sich in demselben; und das Wort zeigt den Verstand, in welchem es entstanden ist; und der Verstand ist gleichsam das im Innern bleibende Wort, das Wort hingegen gleichsam der hervorbrechende Verstand; der Verstand geht in das Wort über, das Wort aber theilt den Zuhörern den Verstand mit; und so wird der Verstand vermittelst des Wortes in die Seelen der Zuhörer versetzt, indem er durch das Wort in dieselben dringt; und der Verstand ist zwar gleichsam der Vater des Wortes, indem er in sich selbst ist, das Wort aber, gleichsam der Sohn des Verstandes, kann nicht vor demselben, und auch nicht ausser demselben entstanden seyn, sondern ist von ihm entsprossen;) auf dieselbe Weise hat auch der größte Vater und allgemeine Verstand vor Allem den Sohn, das Wort, zu seinem Dolmetscher und Boten.“

1: Psalm XLIV, 2 [Hebr. Ps. 45, 2].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger