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Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

18.

Ferner widerlegt er diejenigen, welche ihn beschuldigten, er habe gesagt, der Sohn sey eines der gemachten Dinge, und nicht gleichen Wesens mit dem Vater, abermals im ersten Buche durch folgende Worte: „Uebrigens habe ich, wo ich sagte, man solle einige entstandene und gemachte Dinge betrachten, Beispiele hievon, als minder tauglich, nur im Vorbeigehen angeführt, indem ich sagte: Die Pflanze ist nicht dasselbe, was der Gärtner, und der Kahn nicht dasselbe, was der Schiffbauer ist.1 Dann habe ich mich bei den passenden und der Natur der Sache entsprechendern länger aufgehalten, und die richtigern weitläufiger auseinander gesetzt, indem ich verschiedene Belege dazu ausdachte, welche ich auch dir in einem andern Briefe geschrieben, und wodurch ich ihre Beschuldigung, die sie gegen mich vorbrachten, als eine Lüge widerlegt habe, jene Beschuldigung nämlich, vermöge welcher sie behaupteten, daß ich läugne, Christus sey mit Gott gleichen Wesens. Denn obgleich ich gestehe, daß ich diesen Ausdruck nirgends in den heiligen Schriften gefunden oder gelesen habe, so stimmen doch meine Beweise, welche folgen, und welche jene verschwiegen haben, mit dieser Ansicht völlig überein. Denn ich führte ein Menschenkind als Beispiel an, welches offenbar von gleicher Art mit dem Erzeuger ist; und ich sagte, daß wirklich die Eltern von den Kindern nur darin [S. 276] verschieden seyen, daß sie nicht selbst die Kinder sind: sonst müßten weder Eltern noch Kinder seyn. Den Brief aber habe ich, wie schon gesagt, wegen der gegenwärtigen Verhältnisse nicht bei der Hand; sonst würde ich dir die damaligen Worte selbst, ja vielmehr die Abschrift des ganzen Briefes übersendet haben, was ich, sobald ich kann, thun werde. Ich weiß aber und erinnere mich, daß ich mehrere Gleichnisse von verwandten Dingen vorgebracht habe. Denn ich sagte, daß eine Pflanze, sie mag aus dem Samen oder aus der Wurzel aufwachsen, verschieden sey von dem, woraus sie hervorsproßte, obwohl sie durchaus von derselben Natur ist; und daß ein Fluß, welcher von einer Quelle ausströmt, eine andere Gestalt und einen andern Namen annehme; denn die Quelle werde nicht Fluß, und der Fluß werde nicht Quelle genannt, und beide seyen vorhanden, und die Quelle sey gleichsam Vater, der Fluß aber aus der Quelle fließendes Wasser. Allein sie nehmen den Schein an, als wenn sie blind wären und dieses und anderes dergleichen, was ich geschrieben habe, nicht sähen; dagegen suchen sie mit zwei unzusammenhängenden Worten, wie mit Steinen, mich von Ferne zu werfen, ohne einzusehen, daß bei dunkeln und zum Verständnisse eines Beisatzes bedürfenden Dingen oft nicht nur fremdartige, sondern selbst entgegengesetzte Beispiele die Untersuchung beleuchten.“ In dem dritten Buche aber sagt er: „Das Leben ist aus Leben gezeugt, wie der Fluß aus einer Quelle geströmt, und von einem unausgelöschten Lichte ein leuchtendes Licht angezündet worden ist.“

1: Hier scheint etwas zu fehlen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger