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Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

12.

Sagte also Dionysius, wie die Feinde Christi behaupten, da er über die Menschheit des Sohnes schrieb, und ihn so etwas Gemachtes nannte, daß er einer aus den Menschen sey? Oder hat er, weil er sagte, das Wort sey nicht der Wesenheit des Vaters eigen, geglaubt, dasselbe habe mit uns Menschen gleiche Wesenheit? Aber in den übrigen Briefen hat er durchaus nicht so geschrieben, sondern offenbar denkt er in denselben richtig, und er kann durch [S. 269] dieselben gegen diese Irrlehrer ausrufen und sagen: Ich bin nicht euerer Meinung, o Feinde Gottes, und meine Schriften haben dem Arius nicht Anlaß zur Gottlosigkeit gegeben; sondern ich habe, da ich der Sabellianer wegen an den Ammonius und Euphranor schrieb, in diesem Schreiben den Weingärtner, den Weinstock und andere derlei Ausdrücke erwähnt, um durch die Nachweisung des Menschlichen an dem Herrn jene zu bewegen, nicht mehr zu sagen, daß es der Vater sey, welcher Mensch geworden ist. Denn wie der Weingärtner nicht der Weinstock ist, so ist auch der, welcher in dem Leibe gewesen ist, nicht der Vater, sondern das Wort; und das Wort wurde, als es im Weinstocke war, Weinstock genannt wegen der körperlichen Verwandtschaft mit den Reben, das heißt, mit uns. In diesem Sinne also habe ich an den Ammonius und den Euphranor geschrieben; die andern Briefe aber, welche ich geschrieben habe, halte ich euerer Unverschämtheit entgegen, auf daß die Vernünftigen meine in demselben enthaltene Rechtfertigung, und meine richtige Ansicht des Glaubens an Christus erkennen. Es hätten also auch die Arianer, wenn sie einen gesunden Verstand hätten, eine solche Ansicht und Meinung von dem Bischofe haben sollen;1 „denn Alles ist deutlich für die Verständigen, Alles gerade für die, welche die Erkenntniß gefunden haben.“ Da sie aber den Glauben der katholischen Kirche nicht kennen, und daher in Gottlosigkeit gerathen sind; da sie ferner, blind im Geiste, das Gerade für krumm halten, und das Licht Finsterniß nennen, die Finsterniß aber für Licht ansehen; so ist es nothwendig, auch den Inhalt der andern Briefe des Dionysius anzuführen, so wie die Veranlassung derselben zur vollständigern Widerlegung der Ketzer. Denn durch sie belehrt denken und schreiben auch wir so von dem Manne.

1: Sprüch. VlII, 9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger