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Athanasius (295-373) - Über die Beschlüsse der Synode von Nizäa (De decretis Nicaenae synodi)

7.

Allein hiedurch in die Enge getrieben werden sie vielleicht eine Antwort ertheilen, welche sie schon oft beschämt hat: „In so fern glauben wir, daß der Sohn vor den übrigen Dingen den Vorzug habe, und darum eingeboren genannt werde, weil er allein von Gott allein gemacht, alles Uebrige aber von Gott durch den Sohn erschaffen worden ist.“ Wer hat euch denn diesen thörichten und neuen Gedanken eingegeben, daß ihr behauptet, daß den Sohn allein der Vater allein gemacht habe, und daß alles Uebrige durch den Sohn, wie durch einen Gehilfen, hervorgebracht worden sey? Denn wenn Gottes Kraft nur hinreichte, den Sohn allein zu schaffen, und wenn Gott wegen Ermüdung das Uebrige nicht mehr erschaffen konnte; so ist es gottlos, etwas solches von Gott zu denken, zumal da wir den Isaias sprechen hören:1 Der ewige Gott, „Gott, der die Gränzen der Erde erschuf, wird nicht hungern und nicht müde werde, und seine Weisheit ist unerforschlich.“ Denn er gibt vielmehr selbst den Hungrigen Stärke, und erquickt durch sein Wort die Müden. Hat er es aber seiner unwürdig geachtet, das zu erschaffen, was nach dem Sohne hervorgebracht wurde; so ist auch dieses gottlos. Denn in Gott ist kein Stolz, da er ja mit Jakob nach Aegypten zog, und wegen des Abraham um der Sara willen den Abimelech züchtigte, mit Moses aber, als einem Menschen, von Mund zu Mund redete, auf den Berg Sina herabstieg, und mit dem Volke, welches er durch seine unsichtbare Gnade unterstützte, den Amalek besiegte. Unwahres saget ihr, wenn ihr behauptet:2 „Denn er hat uns [S. 199] gemacht, und nicht wir uns selbst.“ Er ist es, welcher durch sein Wort Alles, sowohl das Kleine als auch das Große, gemacht hat; und man darf die Schöpfung nicht trennen, so daß man sagen würde, dieses ist vom Vater, dieses vom Sohne; sondern es ist von Einem Gotte, welcher sich seines Wortes wie einer Hand bedient, und Alles in demselben macht, wie Gott selbst durch folgende Worte andeutet:3 „Meine Hand hat dieses Alles gemacht.“ Dieses wußte auch Paulus, daher lehrte er:4 „Ein Gott, aus welchem alle Dinge sind, und Ein Herr, Jesus Christus, durch welchen Alles ist.“ Dieser also befiehlt immer und auch jetzt der Sonne, und sie geht auf; er gebietet den Wolken, und es regnet auf Einen Theil der Erde; der aber, auf welchen es nicht regnet, trocknet aus. Er heißt die Erde Früchte hervorbringen, und bildet den Jeremias im Mutterleibe. Wenn er aber dieses jetzt thut, so unterliegt es gewiß keinem Zweifel, daß er es auch am Anfange nicht unter seiner Würde fand, Alles durch das Wort zu machen; denn dieses sind Theile des Ganzen.

1: Isai. XL, 28.
2: Psalm XCIX, 3 [Hebr. Ps. 95, 3].
3: Isai. LXVI, 2.
4: I. Kor. VIII, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger