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Athanasius (295-373) - Über die Beschlüsse der Synode von Nizäa (De decretis Nicaenae synodi)

32.

Aber vielleicht werden sie endlich, da sie auch hinsichtlich des Ausdruckes „unentstanden“ widerlegt sind, gemäß ihrer Bosheit entgegnen wollen, man hätte auch von unserm Herrn und Heilande Jesus Christus nur das sagen sollen, was von ihm in den Schriften geschrieben steht, nicht aber Ausdrücke einführen sollen, welche sich in den Schriften nicht finden. Ja, man hätte es sollen, so würde auch ich sagen; denn die aus den Schriften entnommenen Beweise der Wahrheit sind weit treffender, als jene, welche anders woher genommen werden. Allein, wie schon gesagt, die Verkehrtheit, Verschlagenheit und listig tückische Gottlosigkeit der Eusebianer hat die Bischöfe bewogen, die Worte, durch welche die Gottlosigkeit jener Menschen gestürzt werden sollte, deutlicher auseinander zu setzen. Und so ist nun dargethan, daß dasjenige, was von der Synode niedergeschrieben wurde, den rechten Sinn enthalte; es ist nachgewiesen, daß die Wörtchen der Arianer fehlerhaft, und daß ihr Benehmen schlecht sey. Denn auch das Wort „unentstanden“, welches eine eigenthümliche Bedeutung hat und auf fromme Weise vorgebracht werden kann, gebrauchen sie wieder nach eigenem Gutdünken zur Herabwürdigung des Erlösers, um nur wie die Giganten gegen Gott zu kämpfen und zu streiten. Aber obwohl sie jene Ausdrücke vorbrachten, konnten sie doch der Verdammung entgehen; und obwohl das Wort „unentstanden“ auf eine gute und fromme Weise gebraucht werden kann, so konnte ihre böse Absicht, welche sie dabei hatten, doch nicht verborgen bleiben; denn sie wurden in allen Stücken mit Beschämung überführt, und ihre Ketzerei wurde überall gebrandmarkt. Dieses nun, was damals in der Synode verhandelt worden ist, habe ich, so [S. 242] gut ich konnte, angeführt und dargestellt; ich weiß aber, daß die streitsüchtigen Feinde Christi auch, nachdem sie dieses gehört haben, von ihrer Ansicht nicht abstehen, sondern vielmehr zu neuen Vorwänden ihre Zuflucht nehmen, und nach diesen wieder andere ersinnen werden. Denn, um mich der Worte des Propheten zu bedienen,1 „wenn einmal der Mohr seine (schwarze) Haut, und der Panther seine Flecken ändern kann,“ dann werden auch sie, welche gottlos zu seyn gelernt haben, fromm denken wollen. Du aber, Geliebter! durchlies dieses, sobald du es erhalten hast, bei dir selbst; und wenn du es richtig findest, so lies es auch den Brüdern, die da etwa zugegen seyn werden, vor, damit auch sie dieses vernehmen, und dann dem Eifer der Synode für die Aufrechthaltung der Wahrheit, und ihrer Genauigkeit in der Erklärung des Sinnes Beifall geben, die Hartnäckigkeit der Arianer aber, dieser Feinde Christi, und ihre nichtigen Scheingründe, welche sie zum Behufe ihrer gottlosen Ketzerei zu ersinnen sich bemüht haben, verdammen; denn Gott und dem Vater gebührt Ruhm, Ehre und Anbetung, nebst seinem eben so anfangslosen Sohne und Worte, so wie dem heiligen und belebenden Geiste, jetzt und in die unendlichen Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen.

1: Jer. XIII, 23.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger