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Athanasius (295-373) - Über die Beschlüsse der Synode von Nizäa (De decretis Nicaenae synodi)

29.

Da sie also abermals solche Ansichten hatten, so hätten sie ihre irrige Ansicht durch ihre eigenen Worte bezeichnen, nicht aber ihre verkehrte Denkweise durch den Ausdruck ἀγένητος [agenētos] bemänteln sollen. Allein dieses thaten die Bösegesinnten nicht, sondern sie verüben Alles nach dem Beispiele ihres Vaters, des Teufels, mit Arglist. Denn gleichwie dieser, in fremde Kleider gehüllt, zu betrügen sucht; [S. 237] so haben auch jene den Ausdruck ἀγένητος [agenētos] ersonnen, um dem Scheine nach von Gott würdig zu reden, ihre Verleumdung des Herrn verhüllen, und dieselbe unter einer Hülle Andern mittheilen zu können. Da aber auch dieser ihr Kunstgriff erkannt worden ist, so mögen sie sagen, was ihnen noch anderes übrig sey. Wir haben es gefunden, sagen die Verruchten, und fügen zu den obigen Bedeutungen des Wortes ἀγένητος [agenētos] auch noch diese, daß es dasjenige bezeichne, was keinen Urheber des Seyns hat, sondern selbst für die gemachten Dinge der Urheber des Seyns ist. O die Undankbaren und in den Schriften wahrhaft Unwissenden, welche nicht um der Ehre Gottes willen, sondern zur Herabwürdigung des Sohnes Alles thun und reden, ohne zu wissen, daß derjenige, welcher den Sohn verachtet, auch den Vater verachte. Denn wenn sie auch erstens Gott so nennen, so ist doch dadurch nicht erwiesen, daß das Wort zu den gemachten Dingen gehöre. Denn wie es das Erzeugniß der Wesenheit des Vaters ist, so ist es auch ewig bei ihm. Denn diese Benennung hebt die Natur des Sohnes nicht auf, und der Ausdruck ἀγένητος [agenētos] bezieht sich nicht auf den Sohn, wohl aber auf dasjenige, was durch den Sohn gemacht worden ist; und gleichwie derjenige, welcher den Namen Baumeister gebraucht und Jemanden den Erbauer eines Hauses oder einer Stadt nennt, in diesen Ausdruck nicht den aus demselben gezeugten Sohn miteinschließt, sondern durch diese Benennung, welche jenem wegen seiner Kunst und Wissenschaft in der Aufführung der Gebäude beigelegt wird, andeutet, daß er nicht so beschaffen sey, wie das, was von ihm gemacht worden ist; (weil er aber die Natur des Baumeisters kennt, weiß er auch, daß der aus ihm Gezeugte von jenen Gebäuden verschieden ist; und er nennt ihn wegen des Sohnes Vater, wegen der Werke aber Erbauer und Verfertiger;) auf die nämliche Weise nennt derjenige, welcher Gott unentstanden nennt, ihn so in Beziehung auf die Werke, indem er andeutet, daß [S. 238] derselbe nicht nur nicht gemacht, sondern vielmehr der Urheber der gemachten Dinge sey. Er weiß aber auch, daß das Wort von den gemachten Dingen verschieden, und nur das eigene Erzeugniß des Vaters sey, durch welches auch Alles gemacht worden ist und besteht.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger