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Athanasius (295-373) - Über die Beschlüsse der Synode von Nizäa (De decretis Nicaenae synodi)

27.

Daß aber das Wort von Ewigkeit her bei dem Vater sey, und daß es keiner andern Wesenheit oder Substanz, als jener des Vaters eigen sey, wie die Synode ausgesprochen hat, dieses könnet ihr von dem arbeitsamen Origenes vernehmen. Denn was dieser gleichsam untersuchend und [S. 233] sich übend niedergeschrieben hat, darf man nicht so verstehen als dächte er selbst auf diese Weise, sondern man muß es als die Ansicht derer ansehen, mit denen er im Streite begriffen ist, allein was er mit Zuversicht bestimmt und behauptet, dieses ist die Ansicht dieses fleißigen Mannes. Er bringt also nach dem, was er gleichsam der Uebung wegen zu den Ketzern gesagt hat, sogleich seine eigene Ansicht vor, indem er so spricht: „Wenn er das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, so ist auch das Ebenbild unsichtbar. Ja ich möchte sogar noch beizufügen wagen, daß es, da er das Gleichbild des Vaters ist, nie eine Zeit gab, in der er nicht war. Denn wann hat Gott, der nach Johannes Licht genannt wird, (denn Gott ist das Licht1), den Abglanz seiner eigenen Herrlichkeit nicht gehabt, daß sich Jemand getrauen dürfte, dem Sohne einen Anfang des Seyns beizulegen, als wäre er zuvor nicht gewesen? Wann aber war das Wort nicht, das Wort, welches den Vater kennt, und der Abglanz und das Ebenbild des Wesens des Vaters ist, welches weder ausgesprochen, noch genannt, noch ausgedrückt werden kann? Denn es erkenne derjenige, welcher sich zu sagen erkühnt: Es gab einmal eine Zeit, wo der Sohn nicht war, daß es dasselbe sey, als wenn er sagte: Die Weisheit war einmal nicht, und das Wort war nicht, und das Leben war nicht. Und an einem andern Orte sagt er wiederum: Allein es ist nicht erlaubt und nicht ohne Gefahr, wegen unserer Schwäche Gott, so viel bei uns steht, des eingebornen Wortes zu berauben, welches immer bei ihm war, und welches die Weisheit war, an der er sich erfreute2. Denn sonst müßte man annehmen, daß er sich nicht immer erfreut habe.“ Sehet also! wir beweisen, daß diese Ansicht von Vätern auf Väter übergegangen ist; ihr aber, o neue Juden und Schüler des Kaiphas! welche Väter könnet ihr für euere [S. 234] Worte aufweisen? Gewiß werdet ihr nie einen Klugen und Weisen vorbringen; denn Alle schaudern vor euch zurück, nur der Teufel allein nicht; denn dieser allein ist der Vater dieses eueres Abfalles, und er hat in euch zuerst den Samen dieser Gottlosigkeit gelegt, und rathet euch auch jetzt noch, daß ihr die allgemeine Synode lästert, weil sie nämlich nicht das Eurige, sondern jenes schriftlich bestätigt hat, was seit dem Anfange Augenzeugen, die auch Diener des Wortes waren, überliefert haben. Denn der Glaube, welchen die Synode schriftlich bekannt hat, dieser ist der Glaube der katholischen Kirche; um diesen zu schirmen, haben die seligen Väter so geschrieben, und die arianische Ketzerei verdammt. Darum bestreben sich jene vorzüglich, die Synode zu verleumden. Denn nicht die Ausdrücke schmerzen sie, sondern dieses, daß sie darin als Ketzer dargestellt wurden, und zwar als solche, welche verwegener sind, als die übrigen Ketzer.

1: I. Joh. I, 5.
2: Sprüch. VIII, 30.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger