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Athanasius (295-373) - Über die Beschlüsse der Synode von Nizäa (De decretis Nicaenae synodi)

23.

Und wirklich hat das Beispiel des Lichtes und des Abglanzes einen solchen Sinn. Denn nicht wie das Feuer, welches durch die Sonnenhitze entzündet wird und nachher wieder zu verlöschen pflegt, sagten die Heiligen, verhalte sich das Wort zu Gott; denn dieses würde ein äußerliches und geschaffenes Werk des Bildners seyn: sondern als Abglanz verkündeten sie ihn Alle, um die Eigenheit und Untheilbarkeit des Wesens und seine Einheit mit dem Vater anzudeuten. Denn auf diese Weise wird es einleuchtend [S. 225] bleiben, daß er in Wahrheit unveränderlich und umwandelbar ist. Denn wie könnte er sonst diese Eigenschaften haben, wenn er nicht die eigene Erzeugung der Wesenheit des Vaters wäre? denn so muß er die Identität mit seinem Vater beibehalten. Da nun dieser Ausdruck offenbar der Ehrfurcht gegen Gott entspricht, so ergibt sich hieraus die Folgerung, daß auch der Ausdruck „gleichen Wesens“ die Feinde Christi nicht befremden dürfe, da auch dieser Ausdruck einen gesunden Sinn enthält und von der Vernunft bestätiget wird. Denn wenn wir sagen, das Wort sey aus der Wesenheit des Vaters, (möchte doch endlich auch von ihnen der Ausdruck angenommen werden!) was bedeutet denn dieses anders, als das Wahre und Ewige der Wesenheit, aus der es auch gezeugt ist? Denn es hat nicht eine verschiedene Gestalt, so daß nichts Fremdartiges und Ungleiches mit der Wesenheit des Vaters verbunden wird; noch ist es bloß äußerlich ähnlich, so daß es nicht aus etwas anderm oder von ganz verschiedener Wesenheit zu seyn scheint, wie glänzendes Erz und Gold, Silber und Zinn. Denn diese Metalle sind einander fremd, und verschiedenartig, und von einander durch Natur und Werth gesondert; und das Erz ist so wenig Gold, als eine Wildtaube von einer Schlagtaube gezeugt wird; sondern diese Dinge werden zwar für ähnlich gehalten, sind aber doch durch ihre Wesenheit von einander verschieden. Ist also auch der Sohn auf diese Weise, so mag er ein Geschöpf seyn, wie wir sind, und nicht gleichen Wesens. Ist aber der Sohn das Wort, die Weisheit, das Ebenbild des Vaters und der Abglanz; so ist er mit Recht auch gleichen Wesens. Denn wenn nicht nachgewiesen wird, daß er nicht aus Gott, sondern daß er wie ein Werkzeug an Natur und Wesenheit von Gott verschieden sey, so hat die Synode gut sich ausgedrückt und richtig gedacht.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger