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Athanasius (295-373) - Über die Beschlüsse der Synode von Nizäa (De decretis Nicaenae synodi)

19.

Da die Synode die gottlosen Ausdrücke der Arianer beseitigen, und die angenommenen Worte der Schriften anwenden wollte, daß nämlich der Sohn nicht aus Nichtseyendem sey, sondern aus Gott und daß er das Wort und die Weisheit, nicht aber ein Geschöpf oder etwas Gemachtes, sondern des Vaters eigene Erzeugung sey; wollten die Eusebianer, von ihrer alten verkehrten Ansicht geleitet, daß jener Ausdruck „Aus Gott“ dem Worte Gottes mit uns gemeinschaftlich, und daß hierin das Wort Gottes von uns nicht verschieden sey, weil geschrieben stehe:1 „Ein Gott, aus welchem Alles ist.“ Und abermals:2 „Das Alte ist vergangen; sieh! es ist Alles neu geworden. Alles aber ist aus Gott.“ Allein da die Väter diese ihre Verschlagenheit und gottlose Arglist bemerkten, waren sie endlich gezwungen, deutlicher zu erklären, was unter dem Ausdrucke, „Aus Gott“ zu verstehen sey, und zu schreiben, der Sohn sey aus der Wesenheit Gottes, so daß man nicht glauben möchte, jene Worte „Aus Gott“ seyen eine gemeinsame und gleiche Eigenschaft des Sohnes und der Geschöpfe, sondern daß man die Ueberzeugung gewinnen möchte, daß alle übrigen Dinge geschaffen, das Wort allein aber aus dem Vater sey. Denn obwohl es heißt, Alles sey aus Gott; so ist dieses doch in einem andern Sinne gesagt, als da, wo es heißt, der Sohn sey aus Gott. Denn weil die Geschöpfe nicht durch Zufall und aus [S. 218] sich selbst sind, und nicht dem Ungefähr ihre Entstehung verdanken, wie diejenigen meinen, welche behaupten, Alles sey durch Verbindung der Atome und aus gleichen Theilen entstanden, oder wie einige Ketzer einen andern Schöpfer (Demiurgen) annehmen, oder wie wieder Andere sagen, Alles habe sein Bestehen durch einige Engel erhalten; sondern weil Alles von dem wirklichen Gotte, da es zuvor nicht gewesen war, durch das Wort in das Daseyn gerufen wurde, deßwegen wurde gesagt, es sey aus Gott. Von dem Worte aber ist, weil es kein Geschöpf ist, gesagt worden, daß es allein aus dem Vater sey, und es ist auch allein aus demselben; und dieser Sinn wird angedeutet, wenn es heißt, der Sohn sey aus der Wesenheit des Vaters; denn dieses kommt keinem der Geschöpfe zu. Wirklich fügt Paulus, wenn er sagt, daß Alles aus Gott sey, sogleich bei: „Und Ein Herr, Jesus Christus, durch welchen Alles ist,“ um Allen zu zeigen, daß der Sohn von Allem, was aus Gott entstanden ist, verschieden sey. Denn was aus Gott entstanden ist, das ist durch den Sohn entstanden. Wegen der Schöpfung also, deren Urheber Gott ist, hat er dieses gesagt, nicht aber als wenn Alles aus dem Vater wäre, wie es der Sohn ist. Denn es sind nicht alle Dinge wie der Sohn ist, und das Wort ist nicht Eines aus allen Dingen; denn es ist der Herr und der Schöpfer aller Dinge. Denn darum hat die heilige Synode die Erklärung gegeben, es sey aus der Wesenheit des Vaters, damit man glaube, das Wort sey von der Natur der geschaffenen Dinge verschieden, weil es allein wahrhaft aus Gott ist, und damit den Gottlosen kein Vorwand mehr zur Täuschung gelassen werde. Dieses also war die Ursache, warum man schrieb: „Aus der Wesenheit.“

1: I. Kor. VIII, 6.
2: 2. Kor. V, 17, 18.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger