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Athanasius (295-373) - Über die Beschlüsse der Synode von Nizäa (De decretis Nicaenae synodi)

18.

Als nun die Eusebianer damals auf mannigfache Weise so durchgenommen worden waren und endlich sich selbst verurtheilt hatten, unterzeichneten sie, wie ich oben erwähnt habe, und zogen sich, nach der Veränderung ihrer Gesinnung, schweigend zurück. Da aber diese, auf ihre Gottlosigkeit trotzend und wie vom Schwindel befallen, von der Wahrheit abirren und nichts anders zu thun, als die Synode zu verleumden sich bemühen; so mögen sie uns sagen, aus welchen Schriften sie geschöpft, oder von welchen heiligen Männern sie diejenigen Ausdrücke gehört haben, welche sie zusammentragen, nämlich diese: „Aus dem, was nicht ist;“ und: „Er war nicht, ehe er gezeugt wurde;“ und: „Es war einmal eine Zeit, in der er nicht war;“ und: „Veränderlich;“1 und: „Zuvorseyn;“ und: „Durch den [S. 216] Willen;“ Worte, wodurch sie gottlos gegen den Herrn schwätzen und fabeln. Denn der heilige Paulus sagt in dem Briefe an die Hebräer:2 „Durch Glauben überzeugen wir uns, daß die Welt durch Gottes Wort erschaffen wurde, so daß das Sichtbare aus dem Unsichtbaren hervorging.“ Allein das Wort hat nichts gemein mit der Welt; denn es war vor der Welt, und durch dasselbe ist auch die Welt gemacht worden. In dem Hirten aber, denn auch dieses Buch führen sie an, obschon es nicht canonisch ist, steht geschrieben:3 „Allererst glaube, daß Ein Gott sey, welcher Alles erschaffen und gegründet, und Alles aus Nichts gemacht hat, so daß es war.“ Allein auch dieses bezieht sich wieder nicht auf den Sohn; denn er spricht von Allem, was durch ihn gemacht wurde, von welchem er selbst ganz verschieden ist. Es ist ja nicht möglich, daß man den Baumeister demjenigen beizähle, was von ihm gemacht wird, es müßte denn nur etwa Jemand so von Sinnen seyn, daß er sagte, der Baumeister und die von ihm aufgeführten Gebäude seyen Eines und dasselbe. Warum also beschuldigen sie, welche selbst solche Ausdrücke, die nicht in der Schrift stehen, zur Bekräftigung der Gottlosigkeit aussuchen, die Gottesfürchtigen, daß sie Ausdrücke gebrauchen, welche nicht in der Schrift enthalten sind? Denn gottlos seyn ist durchaus verboten, auch wenn Jemand durch verschiedene Worte und wahrscheinliche Sophismen seine Gottlosigkeit bemänteln wollte; gottesfürchtig seyn aber wird von Allen als recht anerkannt, auch wenn Jemand sich neuer und fremder Worte bedienet, wenn nur derjenige, welcher spricht, eine fromme Gesinnung hat, und durch die Worte seine Gedanken auf eine fromme Weise kund machen will. Daß also jene niedrigen Ausdrücke der Feinde Christi, welche wir oben anführten, voll Gottlosigkeit sind, haben wir vorher und so eben dargethan. Will aber Jemand das, was von [S. 217] der Synode gegen sie geschrieben und beschlossen worden ist, genau durchforschen, so wird er ohne Zweifel finden, daß nur Wahrheit in demselben enthalten sey; besonders wird er, wenn er mit Begierde nach Belehrung sich erkundigt, die Ursache hören, warum diese Ausdrücke gebraucht wurden; sie ist nämlich diese.

1: Die Arianer lehrten nämlich, das Wort sey veränderlicher Natur, so daß es sich zum Guten ober Bösen hinneigen könne; ferner, der Vater sey früher als das Wort, und es sey nicht der Natur, sondern dem Willen nach vom Vater hervorgebracht worden.
2: Hebr. Xl, 3.
3: Lib. II. mand. I.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger