Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Über die Beschlüsse der Synode von Nizäa (De decretis Nicaenae synodi)

15.

Dieses nun ist zwar hinlänglich, um die Ketzerei der Arianer zu brandmarken; denn wir haben ihre Gottlosigkeit aus ihren eigenen Worten, wozu uns der Herr seine Gnade verlieh, deutlich erwiesen. Doch wohlan, auch wir wollen Fragen vorlegen, und sie auffordern zu antworten. Denn da sie bei ihren eigenen Beweisen in Verlegenheit kommen, so ist es wohl Zeit, daß sie nun von uns gefragt werden; denn vielleicht werden sie so in sich kehren und dahin aufblicken, von wo sie, die Thoren, herabgefallen sind. Was den Sohn Gottes betrifft, so haben wir, wie oben gesagt wurde, aus den göttlichen Schriften ersehen, daß er das Wort und die Weisheit des Vaters ist; denn der Apostel sagt:1 „Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ Johannes aber setzte, nachdem er gesagt hatte:2 „Und das Wort ist Fleisch geworden,“ sogleich bei: „Und wir sahen seine [S. 211] Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, wie sie der Eingeborne des Vaters hat, voll Gnade und Wahrheit.“ Da nämlich das Wort der eingeborne Sohn ist, so sind in diesem Worte und in dieser Weisheit Himmel und Erde und alle Dinge in ihnen gemacht worden. Und daß die Quelle dieser Weisheit Gott sey, ersehen wir bei Baruch3, wo nämlich Israel der Vorwurf gemacht wird, daß es die Quelle der Weisheit verlassen habe. Läugnen sie also das, was geschrieben steht; so sind sie wirklich auch ihres Namens unwürdig, und sollen eigentlich von allen Gottlose und Christi Feinde genannt werden; denn so haben sie sich selbst genannt. Stimmen sie uns aber hierin bei, daß die Worte der Schrift auf göttliche Eingebung niedergeschrieben wurden, so sollen sie sich erkühnen, offen ihre versteckte Meinung an den Tag zu legen, daß nämlich Gott einmal ohne Vernunft und Weisheit gewesen sey, und sie sollen in ihrer Raserei sagen: Es war eine Zeit, wo er nicht war, und Christus war nicht, ehe er gezeugt wurde. Sie sollen ferner erklären, die Quelle habe nicht aus sich selbst die Weisheit gezeugt, sondern diese ausser sich gehabt, so daß sie sich auch zu sagen erfrechen können: Der Sohn ist aus Nichts gemacht worden. Denn dieses zeigt an, daß es keine Quelle, sondern eine Art Wasserbehälter sey, der gleichsam das Wasser von Aussen erhält, und sich den Namen der Quelle anmasset.

1: I. Kor. I, 24.
2: Joh. I, 14.
3: Bar. III, 12.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . 22.
. . 23.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger