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Athanasius (295-373) - Umlaufschreiben des heiligen Athanasius, Bischofs von Alexandrien. (Epistula encyclica)

7.

Was nun die Ariomaniten betrifft, das wisset ihr, Geliebte; denn schon oft habt ihr die Gottlosigkeit derselben nicht nur ein Jeder für sich, sondern auch gemeinsam alle verworfen. Ferner wisset ihr auch, daß, wie ich oben gesagt habe, Eusebius und seine Anhänger mit jenen zu einer und derselben Sekte gehören, wegen welcher sie uns auch schon ehemals nachstellten. Daß aber dasjenige, was jetzt ihretwegen und auf ihr Anstiften geschah, bitterer, als Kriege sey, habe ich euch gezeigt; damit ihr der euch vom Anfange an erzählten Geschichte zu Folge von einem das Böse hassenden Eifer ergriffen werden, und diejenigen, welche solche Gräuel gegen die Kirche verübten, absetzen möchtet. Denn wenn im verflossenen Jahre unsere Brüder zu Rom, da dieses noch nicht geschehen war, wegen anderer früherer [S. 53] Vorfälle die Zusammenberufung einer Synode ausschrieben, um jene Vergehen zu bestrafen, (diese Synode scheuten aber Eusebius und seine Anhänger, sie brachten daher zuvor die Kirche in Verwirrung und wollten uns tödten, um in der Folge ungestört nach Belieben handeln zu können, und Niemanden mehr zu haben, der sie widerlegte;) um wie viel mehr müsset ihr diese so gräßlichen Vergehen mit Unwillen ansehen und über dieselben die Verurtheilung aussprechen, da sie diese noch zu den frühern hinzugefügt haben? Ich beschwöre euch, lasset solche Frevel nicht ausser Acht, und gestattet nicht, daß die berühmte Kirche der Alexandriner von den Ketzern zertreten werde. Denn deßwegen leben das Volk und die Diener der Kirche mit Recht getrennt, indem sie wegen der Gewaltthätigkeit des Präfekten zwar schweigen, wegen der Gottlosigkeit der Ariomaniten aber dennoch Abscheu haben. Sollte daher entweder Gregor selbst, oder irgend ein Anderer seinetwegen an euch schreiben, so nehmet, Brüder, sein Schreiben nicht an; sondern zerreißet es, und beschämet die Ueberbringer als Diener der Gottlosigkeit und Bosheit. Und sollte er es auch wagen, in einem friedfertigen Tone zu schreiben, so nehmet doch auch ein solches Schreiben nicht an; denn aus Furcht vor dem Statthalter überbringen solche Schreiben diejenigen, welche sie, um seinen vielen Gewaltthätigkeiten zu entgehen, angenommen haben. Weil es aber wahrscheinlich ist, daß euch auch die Eusebianer ihm zu Gunsten schreiben werden, so suchte ich euch zuvor darauf aufmerksam zu machen, damit ihr auch hierin Gott nachahmet, und ohne Ansehung der Person ihre Abgeordneten abweiset. Denn während dieser Zeit ließen sie der Ariomaniten wegen von Juden und Heiden Verfolgungen, Schändungen der Jungfrauen, Morde, Räubereien in den Kirchen, Brand, und Lästerungen in den Kirchen verüben. Der gottlose und wüthende Gregor aber wird wohl nicht läugnen können, daß er ein Arianer sey, weil dieses derjenige, welcher seine Briefe unterschreibt, [S. 54] hinlänglich beweiset. Denn dieser Ammon, der ihm unterschreibt, ist schon lange von meinem Vorfahrer in der bischöflichen Würde, dem seligen Alexander nämlich, wegen vieler Verbrechen und wegen Gottlosigkeit aus der Kirche ausgestossen worden. Wegen aller dieser Dinge also antwortet uns auf dieses Schreiben, und sprechet euere Verurtheilung über die Gottlosen aus, damit auch jetzt die Diener der Kirche und das Volk da hier euere Rechtgläubigkeit und euern Haß gegen die Bosheit sehen, und über euern einträchtigen Glauben an Christus sich freuen, und damit jene Urheber so vieler Ungerechtigkeiten gegen die Kirche, durch euer Schreiben eines Bessern belehrt, wenn auch spät, in sich gehen mögen. Grüßet euere Brüderschaft. Alle Brüder, welche bei mir sind, grüßen euch. Der Herr erhalte euch gesund und unser eingedenk, wahrhaft geliebteste Herrn!

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger