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Athanasius (295-373) - Umlaufschreiben des heiligen Athanasius, Bischofs von Alexandrien. (Epistula encyclica)

6.

Ein Arianer also ist Gregor und den Arianern gesandt; denn Niemand hat ihn begehrt, ausser diese allein; und daher verübt er als Miethling und Fremdling Hartes und Bitteres gegen das Volk der katholischen Kirche, als ein ihm nicht angehöriges, mit Hülfe des Statthalters. Denn als früher Eusebius und seine Anhänger für die Arianer den Pistus als Bischof aufgestellt hatten, habt ihr sämmtliche Bischöfe der katholischen Kirche, nachdem ich euch über ihn geschrieben hatte, mit Recht gegen denselben wegen seiner Gottlosigkeit das Anathema und das Absetzungsurtheil ausgesprochen. Aus diesem Grunde schickten sie nun den Arianern diesen Gregor. Ferner brauchten sie, damit sie nicht wieder, wenn wir wieder gegen sie schreiben würden, Schande einärnten möchten, äussere Gewalt gegen uns, um durch die Besitznahme der Kirchen dem Verdachte zu entgehen, daß sie Arianer seyen. Allein auch hierin täuschten sie sich; denn Keiner von den Anhängern der Kirche hat mit ihnen Umgang, ausser nur die Ketzer, und die, welche wegen Vergehen ausgestossen wurden, und solche, die aus Furcht vor dem Statthalter sich verstellen. Dieses ist das dramatische Werk der Eusebianer; auf dieses sannen, dieses beschlossen die Eusebianer schon lange; und nun vermochten sie es auch auszuführen durch Verleumdungen, vermittelst welcher sie uns bei dem Könige anschwärzten. Allein auch hiemit begnügen sie sich noch nicht, sondern sie suchen uns überdieß zu ermorden, und zeigen sich gegen unsere Bekannte furchtbar, so daß alle die Flucht ergreifen und den Tod von ihnen erwarten. Allein deßwegen müsset nicht auch ihr vor [S. 52] ihrer Verruchtheit erschrecken, sondern ihr müsset vielmehr sie bestrafen, und über ihre neuen Ränke gegen uns zürnen. Denn wenn, sobald ein Glied leidet, alle Glieder mitleiden, und wenn man, nach dem heiligen Paulus, weinen soll mit den Weinenden; so möge, da eine so zahlreiche Kirchengemeinde leidet, ein Jeder, als wenn er selbst litte, das Vergehen rächen. Denn gemeinschaftlich ist der Heiland, welcher von ihnen gelästert wird, und Allen gemein sind, die Kanone, welche von ihnen verletzt werden. Denn wenn, während ihr in der Kirche säßet und das Volk ohne irgend eine Klage gegen euch versammelt wäre, plötzlich Jemand einem Dekrete zu Folge gegen einen aus euch als Nachfolger auftreten würde, und wenn dieses gegen euch geschähe; würdet ihr darüber nicht in Unwillen gerathen? Würdet ihr nicht gerächt werden wollen? Es ist daher billig, daß ihr zürnet, damit nicht, wenn dieses mit Stillschweigen übergangen würde, in Kurzem ein solches Uebel über alle Kirchen kommen, und am Ende unsere Schule ein Markt- und Handelsplatz werden möchte.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger