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Athanasius (295-373) - Umlaufschreiben des heiligen Athanasius, Bischofs von Alexandrien. (Epistula encyclica)

4.

Und überdieß hat der wunderliche und glänzende Einzug des Arianers Gregorius, sich erfreuend an solchen Drangsalen, um für diesen ungerechten Sieg den Heiden, Juden und überhaupt denen, welche solches gegen uns verübt haben, gleichsam einen Lohn und Preis zu gewähren, die Kirche1 als Beute hingegeben. Und was, nachdem ihnen diese Ungerechtigkeit und Unordnung gestattet worden war, geschah, ist ärger, als Kriege, und grausamer, als [S. 48] Straßenraub. Denn die Einen raubten, was ihnen in die Hände fiel, die Andern theilten unter sich die niedergelegten Güter Mancher; den Wein, welcher in Menge da war, tranken sie aus, oder ließen sie auslaufen, oder führten sie fort; das niedergelegte Oel raubten, die Thüren und Gitter nahm ein Jeder als Beute; die Leuchter stellten sie sogleich an die Wand, und die Kerzen der Kirche zündeten sie den Götzen an. Und überhaupt, Rauben und Morden fand in der Kirche Statt, und die gottlosen Arianer schämten sich solcher Thaten nicht, sondern fügten noch ärgere und grausamere hinzu; denn Priester und Laien wurden durch Schläge zerfleischt, Jungfrauen entschleiert zum Richterstuhle des Statthalters geschleppt und in Kerker geworfen; Andere wurden in die Acht erklärt, gestäupt; die Brode der Diener und Jungfrauen wurden weggenommen. Dieses aber geschah eben in der heiligen Fastenzeit um das Osterfest, wo die Brüder fasteten, der treffliche Gregor aber den Charakter des Kaiphas annahm und mit dem Statthalter Pilatus gegen die frommen Verehrer Christi wüthete. Als er nämlich am Rüsttage (Charfreitag) mit dem Statthalter und mit heidnischen Männern in Eine der Kirchen eintrat, und das Volk seinen gewaltsamen Eintritt verabscheuen sah, brachte er den höchst grausamen Statthalter dahin, daß er in Einer Stunde vier und dreißig Personen, theils Jungfrauen, theils Weiber und adelige Männer öffentlich mit Ruthen hauen und in das Gefängniß werfen ließ, unter welchen er eine Jungfrau, welche mit Lesen beschäftiget war, und noch den Psalter in den Händen hatte, öffentlich geißeln ließ; ihr Buch wurde von den Henkern geraubt, die Jungfrau selbst aber in den Kerker gesperrt.

1: Es war die Kirche zum heil. Cyrinus.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger