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Athanasius (295-373) - Umlaufschreiben des heiligen Athanasius, Bischofs von Alexandrien. (Epistula encyclica)

3.

Jene auffallende Einsetzung des Gregor wurde also von den Arianern vorgenommen, und hatte einen solchen Anfang; was aber sein Eintritt in Alexandrien für Gräulthaten veranlaßte, und welche große Uebel er verursachte, dieses könnet ihr aus meinem Schreiben und von denen, welche zu euch reisen, erfragen und vernehmen. Da das Volk mit Unwillen erfüllt war, und sich deßwegen bei diesem neuen Ereignisse in den Kirchen versammelte, damit sich die Gottlosigkeit der Arianer nicht in den Glauben der Kirche mischen möchte, brachte Philagrius, welcher schon früher die Kirche und ihre Jungfrauen mißhandelte, und jetzt Statthalter von Aegypten ist, ein Abtrünniger von dem Glauben und ein Landsmann des Gregor, ein Mann von nicht gutem Wandel, ein Schützling der Eusebianer, und deßwegen ein Eiferer gegen die Kirche, die Heiden und Juden und andere unordentliche Menschen durch Versprechungen, welche er nachmals erfüllte, auf seine Seite, reitzte sie auf, und schickte sie haufenweise mit Schwertern und Prügeln gegen das Volk in die Kirchen. Was nun hierauf folgte, läßt sich nicht so leicht sagen; denn es ist nicht möglich, dieses auf eine angemessene Weise zu bezeichnen und Niemand kann auch nur etwas Weniges davon ohne Seufzer und Thränen erzählen. Denn was dergleichen kam je bei den Alten in Trauerspielen vor? Oder was dergleichen wurde je bei einer Verfolgung oder in einem Kriege verübt? Die Kirche und der heilige Taufort wurde angezündet. Sogleich aber entstand Klagen, Heulen und Jammern in der Stadt, indem die Bürger über die Vorfälle aufgebracht waren, laut über [S. 47] den Statthalter klagten und sich über die Gewaltthat beschwerten. Denn heilige und unbefleckte Jungfrauen wurden entblößt, und litten Verruchtes; widersetzten sie sich, so liefen sie Gefahr; Mönche wurden zertreten und starben; Andere wurden mit Steinen geworfen; wieder Andere wurden mit Schwertern und Prügeln getödtet; und noch Andere wurden verwundet und geschlagen. Welche Gottlosigkeit und welcher Gräuel aber wurde an dem heiligen Tische verübt! Sie opferten Vögel und Tannenzapfen, priesen ihre Götzen, und lästerten dagegen selbst in den Kirchen unsern Herrn und Heiland Jesus Christus, den Sohn des lebendigen Gottes. Die göttlichen Bücher der Schrift, welche sie in der Kirche fanden, verbrannten sie. In den heiligen Taufort aber, ach des Verbrechens! traten die Mörder des Herrn, die Juden und die gottlosen Heiden ohne Scheu, und verübten solche Schandthaten und redeten, sich selbst entblößend, so anstößige Worte, daß man sich schämen muß, dieselben auch nur auszusprechen. Einige gottlose Männer ahmten die Härte der Verfolgungen nach, ergriffen Jungfrauen und enthaltsame Frauen, zerrten und rissen sie herum, und zwangen sie, den Herrn zu lästern und zu verläugnen, und die, welche ihn nicht verläugneten, schlugen und traten sie mit den Füssen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger