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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Worte: „Mir sind alle Dinge von meinem Vater übergeben worden.“ (In illud: »Omnia mihi tradita sunt«)

6.

Wie also wagen es die Gotttosen, über diese Dinge, die zu erforschen nicht erlaubt ist, zu schwätzen, sie, welche Menschen sind, und nicht einmal die Dinge auf der Erde zu ergründen vermögen? Was sage ich aber, die Dinge auf der Erde? Ueber ihr eigenes Seyn sollen sie uns Aufschluß geben, ob sie auch nur ihre eigene Natur zu begreifen im Stande seyen. O der wahrhaft Verwegenen und Kühnen, welche Gottes Herrlichkeit ohne Leben erforschen wollen, welche selbst die Engel, die doch an Natur und Rang über sie so sehr erhaben sind, zu schauen verlangen. Denn was ist Gott näher, als die Cherubim und Seraphim? und doch wagen sie es nicht, anzuschauen oder auf den Füssen zu stehen, sondern verkünden nicht mit entblößtem, sondern gleichsam mit verhülltem Angesichte mit nie ermüdenden Lippen Gottes Lob, indem sie nichts anderes, als die Glorie der göttlichen und unerklärbaren Natur mit dem Dreimal heilig preisen. Und noch nie hat uns einer der gotterleuchteten Propheten, welche einer solchen Anschauung vorzüglich gewürdiget worden sind, kund gethan, daß sie, als sie zum ersten Male das Heilig sprachen, sich einer [S. 41] lauten Stimme, beim zweiten Male einer minder lauten, und beim dritten Male einer noch schwächern Stimme bedient haben; und daß ferner das erste Heilig den Herrn, das zweite die Unterwürfigkeit, und das dritte endlich den niedern Rang bedeute. Doch hinweg mit dem Unsinne der Gott verhaßten und thörichten Menschen! Denn die alles Preises, der Verehrung und der Anbetung würdige Dreieinigkeit ist Eine und untrennbar; und hat kein Bild, sondern ist ohne Vermischung verbunden, so wie auch ihre Einheit ohne Trennung getheilt ist. Denn jene verehrungswürdigen Wesen bezeichnen, wenn sie dieses dreimal wiederholte Heilig, Heilig, Heilig sprechen, die drei vollkommenen Hypostasen; so wie sie durch den einmaligen Ausruf: „Herr,“ die Einheit der Wesenheit anzeigen. Diejenigen, welche den Eingebornen Sohn Gottes verkleinern, lästern also gegen Gott, indem sie eine verkehrte Ansicht von seiner Vollkommenheit haben, und ihn als unvollkommen herabsetzen, sich selbst aber der schwersten Strafe schuldig machen. Denn wer gegen was immer für eine Hypostasis eine Lästerung sich erlaubt, der wird weder in diesem, noch in dem künftigen Leben Verzeihung erhalten. Gott kann aber die Augen ihres Herzens öffnen, daß sie die Sonne der Gerechtigkeit schauen, damit sie den, welchen sie ehemals verachteten, erkennen, und ihn mit anhaltender frommer Gesinnung zugleich mit uns loben; denn er hat die Herrschaft, nämlich der Vater, der Sohn und der heilige Geist, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger