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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Worte: „Mir sind alle Dinge von meinem Vater übergeben worden.“ (In illud: »Omnia mihi tradita sunt«)

5.

Zwar wird der eingeborne Sohn Gottes, o Arianer, von dem Vater wohl auch Vater genannt, aber nicht in dem Sinne, wie etwa ihr Irrende vermuthet; sondern er wird der Sohn des zeugenden Vaters, und der Vater der zukünftigen Zeit genannt. Denn wir müssen alle euere falschen Ansichten beseitigen. Er spricht durch den Propheten so:1 „Ein Sohn ist uns geboren und geschenkt worden, dessen Herrscherwürde auf seiner Schulter ruhet, und sein Name heißt: Der Bote des großen Rathes, der starke Gott, der Mächtige, der Vater der künftigen Zeit.“ Demnach ist der eingeborne Sohn Gottes der Vater der künftigen Zeit, und der starke Gott und der Mächtige; und es ist deutlich dargethan, daß Alles, was der Vater hat, auch der Sohn habe, und daß, wie der Vater das Leben gibt, so auch der Sohn, welchen er will, das Leben verleihe.2 „Denn die Todten,“ heißt es, „werden die Stimme des Sohnes hören und leben.“ Auch haben der Vater und der Sohn Einen Willen und Einen Sinn, weil auch ihre Natur Eine und untheilbar ist. Umsonst also quälen sich die Arianer, indem sie den Ausspruch unsers Heilandes nicht verstehen. „Alles, was der Vater hat, ist mein.“ Denn hiedurch wird auch der unsinnige Irrthum des Sabellius umgestossen, und die Thorheit der heutigen Juden [S. 40] widerlegt. Denn darum kennt der Eingeborne, welcher das Leben in sich selbst hat, gleichwie es der Vater hat, allein den Vater, weil er nämlich selbst in dem Vater ist und den Vater in sich selbst hat. Denn er ist das Ebenbild, und folglich ist Alles, was der Vater hat, auch in dem Ebenbilde. Denn er ist das gleichförmige Siegel, welches den Vater in sich selbst darstellt, das lebendige und wahre Wort, die Kraft, die Weisheit, die Heiligung und unsere Erlösung.3 „Denn in Ihm leben und schweben und sind wir.“ Und:4 „Niemand kennt den Vater, als der Sohn; und Niemand kennt den Sohn, als der Vater.“

1: Isai. IX, 6.
2: Joh. V, 25.
3: Apostg. XVII, 28.
4: Matth. XI, 27.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger