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Alexander von Alexandrien (†328) - Umlaufschreiben (Epistula encyclica)

2.

Die also, welche abtrünnig wurden, sind: Arius, Achilles, Aithales, Karpones, ein zweiter Arius, und Sarmates, welche alle einst Priester waren; ferner Euzoius, Lucius, Julius, Menas, Helladius, und Gajus, weiland Diakone, und mit ihnen Secundus und Theonas, einst Titularbischöfe. Was sie aber den heiligen Schriften zuwiderlaufendes ersonnen haben und schwätzen, ist Folgendes.Nicht immer war Gott Vater, sondern es gab eine Zeit, wo Gott nicht Vater war. Nicht immer war Gottes Wort, sondern er ist aus Nichts entstanden; denn der seyende Gott hat das nichtseyende Wort aus Nichtseyendem gemacht; und deßhalb gab es auch eine Zeit, in der es nicht war. Denn der Sohn ist etwas Geschaffenes und Gemachtes, und der Wesenheit nach dem Vater nicht gleich; auch ist er nicht das wirkliche und natürliche Wort des Vaters, noch dessen wirkliche Weisheit, sondern Eines aus den geschaffenen und entstandenen Dingen, und wird im uneigentlichen Sinne Wort und Weisheit genannt, da er selbst durch das eigene Wort Gottes gemacht ist, und durch die Weisheit in Gott, durch welche Gott sowohl Alles Uebrige, als ihn selbst gemacht hat. Demnach ist er von Natur veränderlich und wandelbar, so wie alle vernünftigen Wesen. Das Wort ist der Wesenheit Gottes fremd, und von derselben verschieden und abgesondert. Auch kann der Vater von dem Sohne nicht ausgesprochen werden; denn das Wort kennt den Vater nicht vollkommen und nicht genau, und kann ihn nicht vollkommen schauen. Denn nicht einmal seine eigene Wesenheit kennt der Sohn, wie sie ist; denn unsertwegen ist er gemacht worden, damit uns Gott durch denselben wie durch ein Werkzeug erschaffen könnte; und er wäre nicht entstanden, hätte nicht Gott uns erschaffen wollen. Es fragte sie daher Jemand, ob das Wort Gottes eben so verändert werden könne, wie der Teufel verändert worden sey; und sie scheuten sich nicht zu sagen: Ja; denn es ist, weil es entstanden und erschaffen ist, veränderlicher Natur.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger