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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

78.

Ein so gottloser Befehl wurde also vom Constantius erlassen; groß aber war die Bereitwilligkeit der Völker zum Märtyrerthume, und noch größer der Haß gegen die höchst gottlose Ketzerei; Trauer herrschte jedoch in den Kirchen, und Alle seufzten, indem sie zu dem Herrn riefen:1 „Schone, Herr! deines Volkes, und gib dein Erbtheil nicht zur Schmach deinen Feinden;“ sondern eile uns zu retten aus der Hand der Gottlosen. Denn sieh! sie haben deiner Diener nicht geschont, und bereiten dem Antichristus den Weg. Denn diesem werden sich die Meletianer niemals widersetzen, sie werden sich um die Wahrheit nicht bekümmern, und die Verleugnung Christi für keine Sünde halten; Menschen, welche nicht mit aufrichtigem Herzen zum Worte getreten sind, welche, wie das Chamäleon, alle Farben annehmen, und welche Miethlinge derjenigen sind, welche von ihrer Hülfe Gebrauch machen. Denn sie haben nicht die Wahrheit zum Ziele, sondern ziehen ihr das augenblickliche Vergnügen vor, und sagen nur:2 „Lasset uns essen „und trinken, denn morgen sterben wir.“ Dieser Vorsatz und dieser treulose Wandel geziemt mehr Epikritianischen Schauspielern, als Meletianern. Allein die getreuen Diener des Heilandes.und die wahren Bischöfe, welche den ächten Glauben haben, und nicht sich, sondern dem Herrn leben, welche den frommen Glauben an unsern Herrn Jesus Christus bewahren und gar wohl wissen, daß, wie gesagt, jene Beschuldigungen gegen die Wahrheit falsch und offenbar zu Gunsten der arianischen Ketzerei erdichtet worden sind, (denn aus der Reue des Ursacius und Valens erkannten sie, daß die Verleumdung gegen den Athanasius nur deßwegen angestiftet wurde, um denselben aus dem Wege zu räumen, und die Gottlosigkeit der Feinde Christi in die Kirchen einzuführen;) diese, sage ich, wollten, indem sie dieses einsahen, als Verfechter und Herolde der Wahrheit lieber Schmach und Verbannung erdulden, und erduldeten sie auch, als gegen den Athanasius unterschreiben, und mit den Arianern in Kirchengemeinschaft treten. Denn sie vergassen nicht, was sie gelehrt hatten, sondern wissen vielmehr gar wohl, daß den Verräthern viele Schande, den Bekennern der Wahrheit aber das Himmelreich werde zu Theil werden; daß ferner den Sorglosen und vor Constantius sich Scheuenden nichts Gutes, denen aber, welche diese Drangsale erduldet haben, wie den Schiffern nach einem Sturme ein sicherer Hafen, und wie den Athleten nach dem Wettkampfe ein Kranz zu Theil wird, auf gleiche Weise eine große und ewige Freude und Wonne im Himmel verliehen werde, wie Joseph nach jenen Drangsalen, wie der große Daniel nach den Versuchungen und den vielen Nachstellungen der Hofleute hatte, wie jetzt Paulus, bekränzt von dem Erlöser, genießt, in deren Erwartung überall alle Völker Gottes, indem sie diese Dinge sahen, ihren Muth nicht sinken ließen, sondern vielmehr im Glauben bestärkt wurden, und ihre Bereitwilligkeit noch mehr vergrößerten. Denn vollkommen überzeugt von der Verleumdung und der Gottlosigkeit der Ketzer verdammen sie den Verfolger, und wetteifern mit den Verfolgten in Gesinnung und Uebereinstimmung, damit auch sie die Krone des Bekenntnisses erlangen.

1: Ioel II, 17.
2: Isai. XXll, 13., l. Kor. XV, 32.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger