Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

75.

Was hat er also von dem, was für den Antichristus paßt, unterlassen? oder was wird jener, wann er kommt, mehr thun? oder wie wird jener bei seiner Ankunft den Weg zur leichten Verführung nicht schon von diesem vorbereitet finden? Denn er beruft, anstatt in die Kirchen, in die Paläste die kirchlichen Gerichte zu sich, und führt dabei selbst den Vorsitz. Das Auffallendste aber ist, daß er, wann er die Ankläger in Verlegenheit sieht, selbst die Anklage übernimmt, damit es den ungerecht Behandelten nicht einmal mehr möglich sey, sich zu vertheidigen, in Folge seiner gewaltthätigen Verfahrungsweise. Und dieses that er gegen Athanasius, denn als er die Freimüthigkeit der Bischöfe, nämlich die des Paulinus, des Lucifer, des Eusebius und des Dionysius gewahr wurde und sah, wie diese durch die Rede des Ursacius und Valens die Gegner des Bischofes widerlegten, und riethen, man sollte dem Valens und seinen Anhängern nicht mehr glauben, weil sie das, was sie jetzt sagen, bereuet hätten, stand er sogleich auf und sprach: Ich bin jetzt Ankläger des Athanasius, um meinetwillen glaubet, was diese sagen. Als dann jene erwiederten: Wie kannst du Ankläger seyn, da der Angeklagte nicht da ist? denn obschon du Ankläger bist, kann doch jener in seiner Abwesenheit nicht gerichtet werden. Denn nicht römisch ist das Gericht, so daß du als Kaiser Glauben fändest; sondern über einen Bischof wird Gericht gehalten, und gleiches Recht muß dem Ankläger und dem Beklagten zu Theil werden. Wie aber klagest du an? du konntest ja mit dem Manne, welcher fern von dir lebte, nicht in nähere Berührung kommen; sagest du aber, was du von diesen gehört hast, so ist es gerecht, daß du auch dasjenige glaubest, was jener sagt. Glaubest du aber jenem nicht, und schenkest du diesen Glauben, so scheinen diese vielmehr deinetwegen dieses zu sagen, und dir zu Liebe den Athanasius anzuklagen. Da er dieses hörte, und das, was mit Recht gesagt worden war, für eine Kränkung hielt; verbannte er jene, und ließ, aufgebracht gegen den Athanasius, ein heftigeres Schreiben mit dem Befehle ergehen, ihn so zu mißhandeln, wie er wirklich mißhandelt wurde, den Arianern die Kirchen zu übergeben, und ihnen zu erlauben; Alles zu thun, was sie wollten.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 63.
. . 64.
. . 65.
. . 66.
. . 67.
. . 68.
. . 69.
. . 70.
. . 71.
. . 72.
. . 73.
. . 74.
. . 75.
. . 76.
. . 77.
. . 78.
. . 79.
. . Zweites Zeugniß.

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger