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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

73.

Wer sollte nun, wenn er dieses sieht, oder hört, wer sollte, wenn er die Ausgelassenheit der Gottlosen und eine solche Ungerechtigkeit erblickt, welcher Gerechte sollte da nicht seufzen? Denn an den Orten der Gottlosen seufzen die Gerechten1. Wer sollte bei solchen Ereignissen, und da die Gottlosigkeit eine solche Unverschämtheit sich erlaubte, es noch wagen, den Costyllius2 einen Christen zu nennen, und nicht vielmehr das Ebenbild des Antichristus? Denn welches Kennzeichen desselben fehlt ihm noch? Oder warum sollte er nicht allenthalben für denselben gehalten, und warum sollte jener nicht für eben so angesehen werden, wie dieser ist? Haben nicht in der großen Kirche, welche im Cäsarium ist, auf seinen Befehl die Arianer und die Heiden Opfer gebracht und Christum gelästert? Bezeichnet nicht das Gesicht des Daniel den Antichristus dadurch3, daß er die Heiligen bekriegen und sie überwältigen werde, daß er Alle, die vor ihm waren, an Schlechtigkeit übertreffen, drei Könige erniedrigen, gegen den Allerhöchsten lästern, und den Wahn hegen werde, er könne die Zeit und das Gesetz ändern? Wer hat nun sonst jemals etwas solches zu thun sich erfrecht, als nur allein Constantius? Denn dieser ist so beschaffen, wie wohl auch jener seyn mag. Denn er lästert gegen den Allerhöchsten, indem er die gottlose Sekte begünstigt; er führt Krieg gegen die Heiligen, indem er die Bischöfe in das Elend verweiset, obschon er nur auf kurze Zeit und zu seinem eigenen Verderben diese Macht besitzt. Denn dieser hat alle seine Vorgänger an Bosheit übertroffen, indem er eine neue Verfolgungs-Art erdachte; und nachdem er drei Könige, den Vetranio, Magnentius und Gallus entsetzt hatte, nahm er sogleich die Gottlosigkeit in Schutz, und wagte es, wie ein Riese gegen den Allerhöchsten mit Uebermuth sich zu erheben. Er ließ sich einfallen, das Gesetz zu verändern, indem er die vom Herrn durch die Apostel gegebenen Vorschriften aufhob, die Gebräuche der Kirche umänderte, und eine neue Weise der Einsetzungen ersann. Denn aus fremden Oertern, welche sogar fünfzig Tagreisen entfernt sind, schickt er Bischöfe mit Soldaten zu den Gläubigen, welche dieselben nicht wollen; und diese bringen, anstatt einer Empfehlung an die Gläubigen, Drohungen und Schreiben an die Richter. So hat er den Gregorius aus Kappadocien nach Alexandrien geschickt; so hat er den Germinius von Cyzicus nach Sirmium gesendet; so hat er den Cecropius von Laodicea nach Nikomedien befördert.

1: Sprüch. XXVIll, 28. im griech. Texte.
2: So nennt Athanasius spottend den Constantius.
3: Dan. VIl, 25.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger