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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

71.

Und der Dux Sebastianus ließ an alle Vorgesetzte und Kriegspräfekten Schreiben ergehen. Da wurden die wahren Bischöfe vertrieben, die Gottlosgesinnten aber anstatt jener eingeführt. Ja, Bischöfe verbannten sie, welche im Klerus Greise geworden waren, und von dem Bischofe Alexander ordinirt, viele Jahre die Bischofswürde bekleidet hatten, nämlich den Ammonius, den Hermes, den Anagamphus, und den Markus in die obere Oase, den Muis aber, den Psenosiris, den Nilammon, den Plenes, den Markus und den Athenodorus nach Ammoniaka, aus keiner andern Absicht, als damit sie auf ihrer Wanderung durch die Wüsten das Leben verlieren möchten. Denn nicht einmal der Kranken erbarmten sie sich, sondern vertrieben sie, obwohl sie dieselben wegen der Krankheit mit Mühe fortbrachten, so daß dieselben auf Tragen fortgeschleppt wurden, und wegen der schweren Krankheit ihnen der Leichenzug nachfolgte. Es starb daher Einer aus ihnen, und sie gestatteten nicht einmal den Seinigen, daß sie den Leichnam wegtrugen. Deßwegen verbannten sie auch den Bischof Drakontius in die Wüsten um Clysma1, den Philo aber nach Babylon, den Adelphius nach Psinabla in der Thebais, die Priester Hiearax und Dioscorus nach Syene2; deßwegen vertrieben sie den Ammonius, den Agathus, den Agathodämon, den Apollonius, den Eulogius, den Apollo, den Paphnutius, den Gajus und den Flavius, alte Bischöfe, den Dioscorus, den Ammonius, den Heraklides und den Psais, gleichfalls Bischöfe; die Einen lieferten sie in Steinbrüche, Andere verfolgten sie, um sie zu tödten, und viele Andere beraubten sie. Vierzig Laien, und Jungfrauen, welche sie zuvor zum Feuer gestellt hatten, verbannten sie, nachdem sie die Letztern mit Palmruthen so heftig geschlagen hatten, daß Einige nach fünf Tagen starben, Andere, weil die Stacheln der Palmruthen in den Gliedern stacken, der ärztlichen Hülfe bedurften, und Schmerzen, welche schwerer als der Tod waren, ertrugen. Und was für noch grausamer, wenigstens von jedem Verständigen gehalten wird, den Gottlosen aber vollkommen entspricht, ist dieses, daß sie, während jene unter den Schlägen Christum anriefen, noch mehr mit den Zähnen gegen dieselben knirschten. Ja, sie übergaben nicht einmal die Leiber der Dahingeschiedenen den Ihrigen zur Beerdigung, sondern sie verbargen dieselben, um ihre Mordthaten zu verbergen. Allein sie blieben nicht verborgen; denn die ganze Stadt war Augenzeuge, und Jedermann verabscheute sie als Mörder, als Missethäter und Räuber. Ja, sie zerstörten auch Klöster, und suchten Mönche in das Feuer zu werfen; sie plünderten Häuser, nahmen anvertraute Güter, welche von dem Bischofe in das Haus freier Einwohner gebracht worden, indem sie in dieses eindrangen, mit Gewalt weg, stießen die Wittwen mit den Füssen, und verhinderten die Spendung des Almosens.

1: in Arabien
2: Andere lesen Sohnh u. Soinh. Athanasius meint wahrscheinlich Syene (jetzt Asna) die damalige Gränzstadt des römischen Reiches am Nil. — Origenes nennt sie Sohnh.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger