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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

60.

Allein jene versuchten, hierüber gleichsam betrübt, wieder einen verruchten und noch grausamern Frevel zu verüben, welcher zwar bei Allen für grausam galt, aber ihrer Christo widerstrebenden Ketzerei entsprach. Der Herr hat nämlich befohlen, für die Armen zu sorgen, indem er sprach:1 „Verkauft, was ihr besitzet; und gebet Almosen!“ und:2 „Ich war hungrig, und ihr habet mir zu essen gegeben; „ich war durstig, und ihr habet mich getränkt. Denn so viel ihr einem dieser Geringsten gethan habet, das habet ihr mir gethan.“ Diese hingegen haben, weil sie in Wahrheit feindliche Gesinnungen gegen Christum hegen, auch hierin seinem Willen entgegen zu handeln gewagt. Denn da sie die Armen erblickten, und die Wittwen, welche, nachdem der Dux den Arianern die Kirchen übergeben hatte, in diesen nicht mehr bleiben konnten, wie sie an den Orten saßen, die ihnen die Kleriker, welchen die Obsorge für die Wittwen anvertraut war, angewiesen hatten; als sie die Brüder sahen, wie sie denselben bereitwillig das Almosen austheilten, und den Wittwen Nahrung reichten; stießen sie die Wittwen mit den Füssen fort, und verklagten die Spender bei dem Dux. Dieses geschah durch einen gewissen Soldaten Dynamius, und es war dem Sebastianus sehr angenehm; denn bei den Manichäern ist kein Mitleid, sondern es ist bei ihnen sogar etwas verhaßtes, mit einem Armen Mitleid zu haben. Eine ungewöhnliche Anklage, und ein ungewöhnlicher Richterstuhl wurde also damals von ihnen zuerst erdacht. Denn wegen einer Wohlthat wurde man vor Gericht gefordert; und wer Almosen gab, wurde angeklagt, wer eine Wohlthat empfing, wurde geschlagen; und
sie wollten lieber den Armen Hunger leiden lassen, als jenem, welcher sich erbarmen wollte, gestatten, ein Almosen zu geben. Aber auch dieses haben sie, die neuen Juden,
von jenen alten Juden gelernt; denn auch jene erhoben, da sie sahen, daß der Blindgeborne endlich sein Gesicht erhielt, und daß der lange Zeit Gichtbrüchige gesund wurde, gegen den Herrn, welcher eine Wohlthat erwiesen hatte, eine Anklage, und richteten über die, welche eine Wohlthat empfangen hatten, wie über Verbrecher.

1: Luk. Xll, 33.
2: Matth. XXV, 35, 40.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger