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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

57.

Als die Heiden dieses sahen, fürchteten sie sich, und wagten nichts weiteres mehr; die Arianer hingegen schämten sich auch jetzt noch nicht, sondern glaubten wie die Juden, obschon sie Zeichen sahen, dennoch nicht, die Ungläubigen! denn sie waren vielmehr, wie Pharao, verhärtet, indem auch sie ihre Hoffnungen auf Abgründe setzten, auf den König nämlich und seine Eunuchen. Die Heiden also, ja vielmehr der Auswurf der Heiden, ließen sie die eben angegebenen Frevelthaten verüben; denn sie hatten für sich hiezu einen Schauspieler, der die Heiden aufreizte, den Faustinus, welcher zwar dem Namen nach Procurator, seinem Wandel nach aber ein Pflastertreter und ausschweifender Mensch war. Die Arianer aber suchten durch sich selbst etwas Aehnliches, wie diese, zu verüben, um, wie sie ihre Ketzerei aus den andern Ketzereien geschöpft haben, so auch ihre Schlechtigkeit mit den Ausgelassenem zu theilen. Das Uebrige also verübten sie, wie ich oben sagte, mit Hülfe jener Menschen; ihre eigenen Frevelthaten aber, wie übertreffen diese nicht alle Schlechtigkeit, wie übersteigen sie nicht die Bosheit eines jeden Henkers? Denn welche Wohnung haben sie nicht zerstört? Welches Haus haben sie unter dem Vorwande, Nachforschungen anzustellen, nicht geplündert? Welchen Garten haben sie nicht zertreten? welches Grab nicht geöffnet? zwar unter dem Vorwande, den Athanasius aufzusuchen, im Ganzen aber aus keiner andern Absicht, als zu rauben und die ihnen Begegnenden auszuplündern. Wie viele Häuser wurden versiegelt? Von wie Vielen gaben sie das, was in den Hospitälern war, den Soldaten, ihren Gehülfen? Wer hat ihre Bosheit nicht erfahren? Wer ist ihnen begegnet, und hat sich nicht auf dem Marktplatze versteckt? Wer hat wegen dieser Menschen nicht sein Haus verlassen, nicht die Nacht in der Wüste zugebracht? Wer hat nicht, da er seine Habe vor ihnen sichern wollte, das Meiste verloren? Wer wollte, obwohl er der Seefahrt unkundig war, nicht lieber auf das Meer sich begeben und den Gefahren desselben sich aussetzen, als sie drohen sehen? Viele haben auch ihre Wohnungen verändert, und sind von einer Gasse in eine andere, und von der Stadt in die Vorstädte gezogen? Wie Vielen wurden Geldstrafen und welche Geldstrafen wurden ihnen auferlegt, und wie Viele mußten, da sie das Geld nicht hatten, es von Andern auf Zinsen borgen, um nur den Nachstellungen dieser Menschen zu entgehen?

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger