Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

54.

Heiden also, welche gleichsam durch diese Unterschrift die Unverletzbarkeit ihrer Götzen erkauften, und Einige von den Landleuten haben, als wenn es sich um einen abgeschickten Dux oder irgend einen andern Richter handelte, obwohl ungerne, doch aus Furcht vor seinen Drohungen unterschrieben. Denn was wollten sie, da sie Heiden waren, anders thun, als das, was dem Könige gefällt? Nachdem aber die Gläubigen in der großen Kirche sich versammelt hatten, es war nämlich Samstags um 4 Uhr, nahm am folgenden Tage der Comes Heraklius den Präfekten Aegyptens Kataphronius, den Procurator Faustinus und den Ketzer Bithynus mit sich, und diesem hetzten die jungen Leute auf dem Marktplatze und die Götzendiener auf, indem sie sagten, dieses sey der Befehl des Königes, daß sie in die Kirche hineinstürzen und die Gläubigen steinigen sollten. Als nun bereits die Meisten von dem Volke nach der Entlassung sich entfernt hatten, und nur wenige Weibspersonen zurückgeblieben waren, geschah das, was sie befohlen hatten, und es war ein trauriger Auftritt. Denn so eben hatten sich Einige nach der Beendigung des Gebetes niedergesetzt, da stürzten plötzlich jene junge Leute mit Steinen und Prügeln nackt herein, steinigten die Einen, zerfleischten in ihrer Gottlosigkeit die geweihten Leiber der Jungfrauen, rissen ihnen die Schleier herab, entblößten ihre Häupter, und stießen sie, da sich dieselben sträubten, mit den Füssen, die Ruchlosen. Zwar war dieses schon arg und sehr grausam; aber was darauf folgte, war noch ärger und unerträglicher, als jede Schmach. Da sie nämlich die Ehrbarkeit und die Reinheit der Ohren der Jungfrauen kannten, und wußten, daß dieselben lieber Steine und Schwerter, als anstößige Worte ertragen würden, bedienten sie sich solcher, als sie über dieselben herfielen; diese Worte legten aber die Arianer den jungen Leuten in den Mund; denn über solche Worte und Schandthaten lachten sie. Die heiligen Jungfrauen und andere ehrbare Frauen aber flohen vor solchen Worten, wie vor Schlangen-Bissen; die Feinde Christi hingegen unterstützten die jungen Leute, ja sie sagten vielleicht Aehnliches, wie diese; denn sie fanden an den schmutzigen Reden derselben Vergnügen.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 46.
. . 47.
. . 48.
. . 49.
. . 50.
. . 51.
. . 52.
. . 53.
. . 54.
. . 55.
. . 56.
. . 57.
. . 58.
. . 59.
. . 60.
. . 61.
. . 62.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger