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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

50.

Warum hat er nun, wenn er den Willen seines Erzeugers, wie er schreibt, beachten wollte, zuerst den Gregorius, jetzt aber den Räuber Georgius geschickt? Oder warum bestrebt sich dieser die Arianer, welche jener Porphyrianer1 nannte, in die Kirche einzuführen, und warum verweiset er, während er diese begünstiget, Andere aus dem Lande? Denn obgleich sein Vater den Arius vor sein Angesicht hatte kommen lassen, so verlor doch Arius, als er falsch geschworen hatte, und mitten entzwei geborsten war, das Wohlwollen des Vaters; denn sobald er den Vorfall vernommen hatte, verabscheute er fortan den Arius als einen Ketzer. Warum hat er, da er um den kirchlichen Kanon sich zu bekümmern heuchelte, Alles wider den Kanon zu thun versucht? Denn welcher Kanon befiehlt, einen Bischof vom Palaste aus zu senden? Welcher Kanon sagt, daß Soldaten in die Kirchen einfallen sollen? Oder von wem rührt die Ueberlieferung her, daß Comes und unverständige Verschnittene in kirchlichen Angelegenheiten gebieten und durch einen Befehl das Urtheil so genannter Bischöfe bekannt machen? Jede Lüge erlaubt er sich der verruchten Sekte zu Liebe; denn eines Theils schickte er wider die Ansicht seines Vaters damals den Philagrius zum zweiten Male als Präfekten, andern Theils wurden jetzt diese Gräuelthaten verübt, und er redet hinsichtlich seines Bruders nicht die Wahrheit; denn er schrieb nach dem Tode desselben nicht ein Mal, nicht zwei Mal, sondern drei Mal an den Bischof, und gab ihm wiederholt die Zusicherung, daß er seine Gesinnung nicht ändern werde; ja, er ermunterte ihn, die zuversichtliche Hoffnung zu hegen, daß er von Niemanden beunruhiget, sondern ganz ungestört in seiner Kirche bleiben werde. Und er schickte durch den Comes Asterius und den Notar Palladius dem damaligen Dux Felicissimus und dem Präfekten Nestorius Befehle zu, daß sie, wenn der Präfekt Philippus oder irgend ein Anderer es wagen sollte, dem Athanasius nachzustellen, diesen hieran hindern sollten.

1: In dem Briefe des Constantinus an die Bischöfe und die Völker, bei Sokrates p. 32, befiehlt der Kaiser, daß die Arianer Porphyrianer genannt werden sollten, nach dem Namen des Philosophen Porphyrius, des größten Feindes der christlichen Religion.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger