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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

49.

Er machte also die Schreiben öffentlich bekannt, und diese gereichten dem Verfasser derselben zu einer großen Schande. Denn da er, wie der große Hosius geschrieben hatte, keinen wahrscheinlichen Vorwand für seine Umänderung finden konnte, erdachte er einen für ihn und seine Rathgeber noch weit ungeziemendern; denn er sagte: „Aus Achtung für die Freundschaft meines Bruders, göttlichen und frommen Andenkens, gestattete ich dem Athanasius auf eine bestimmte Zeit zu euch zu kommen.“ Dieses beweist aber, daß er in seinen Versprechungen täusche, und gegen seinen Bruder nach dessen Tode unbillig sey. Ferner nennt er ihn eines göttlichen und frommen Andenkens, wie er es auch wirklich ist, würdig, dessen Befehl und Freundschaft er, wie er schrieb, wenn er auch des Athanasius Rückkehr nur zu Gunsten des Constans, seligen Andenkens, gestattet hätte, nicht hätte unbeachtet lassen und gegen welchen er sich nicht pflichtvergessen hätte zeigen sollen, damit er, wie seines Reiches, so auch seiner Gesinnung Erbe wäre. Allein er setzte, da er, was gerecht ist, fordern wollte, den Vetranio ab, mit den Worten: Wem gehört nach dem Tode der Brüder das Erbe? Wegen der abscheulichen gegen Christum kämpfenden Ketzerei aber weiß er nicht, was gerecht ist, sondern wird sogar gegen seine Brüder unbillig. Wegen dieser Ketzerei fiel es ihm auch nicht einmal ein, die Ansicht seines Vaters unverletzt zu bewahren; sondern er nimmt zwar, in so weit es den Gottlosen gefällt, den Schein an, sich an dieselbe halten zu wollen; sobald ihnen aber dieses mißfällt, weiß er nicht einmal die dem Vater schuldige Ehrfurcht zu beobachten. Denn dieser schickte zwar der Verleumdung des Eusebius und seiner Anhänger zu Folge den Bischof auf einige Zeit nach Gallien, wegen der Grausamkeit seiner Verfolger;1 er gehorchte aber den Eusebianern nicht, und schickte nicht den Bischof, welche jene dahin senden wollten, sondern verhinderte sie vielmehr in ihrem Vorhaben, und hielt sie, da sie es versuchten, durch heftige Drohungen ab.

1: denn dieses machte nach dem Tode des Vaters Constantinus, seligen Andenkens, sein Bruder, kund, wie es sich aus dessen Briefe ergibt;

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger