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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

45.

So nun dachte und schrieb der abrahamische Greis, der wahrhaft Heilige (Osioj). Jener aber ließ von seinen Nachstellungen nicht ab, und hörte nicht auf, einen Anlaß wider ihn ausfindig zu machen, sondern fuhr mit seinen furchtbaren Drohungen fort, um ihn entweder durch Gewalt zur Aenderung seiner Meinung zu verleiten, oder wenn er nicht gehorchen würde, des Landes zu verweisen. Wie nun die babylonischen Anführer und Satrapen gegen den Daniel keinen Anlaß fanden, ausser in den Gesetzen seines Gottes, so konnten auch die jetzigen Satrapen der Gottlosigkeit keinen andern gegen den Greis ersinnen. Denn Jedermann kannte den wahrhaft Heiligen, und sein Lebenswandel war untadelhaft, wenn man nicht seinen Haß gegen die Ketzerei tadeln wollte. Sie verleumdeten ihn also, nicht wie jene den Daniel bei dem Darius, denn Darius hörte die Anklage gegen den Daniel mit Mißvergnügen, sondern wie Jezabel den Naboth, und wie die Juden bei dem Herodes, indem sie sprachen: Er unterschreibt nicht nur nicht gegen den Athanasius, sondern verdammt uns sogar wegen desselben, und haßt die Ketzerei so sehr, daß er auch an Andere schreibt, sie sollten lieber den Tod erdulden, als an der Wahrheit Verräther werden. Denn wegen derselben (sagt er) wird unser lieber Athanasius verfolgt, und wegen derselben wird dem römischen Bischöfe Liberius und allen Andern nachgestellt. Da Constantius, der Beschirmer der Gottlosigkeit und der König der Sekte, dieses und besonders, daß in Spanien auch noch Andere mit dem Hosius gleiche Meinung haben, gehört hatte, versuchte er auch diese, ob sie nicht unterschreiben möchten, und da er sie dazu nicht zwingen konnte, ließ er den Hosius kommen, und hielt ihn, anstatt ihn zu verbannen, ein ganzes Jahr zu Sirmium gefangen, indem der Gottlose Gott nicht fürchtete, der Ruchlose die freundschaftliche Gesinnung seines Vaters gegen den Hosius nicht ehrte, und der Unmensch das hohe Alter1 nicht achtete. Denn dieses Alles hielt er um der Ketzerei willen für nichts, er, der neue Achad, und ein zweiter Balthasar unserer Zeit. Denn er verfuhr so gewaltthätig gegen den Greis, und hielt ihn so lange gefangen, bis er endlich den Leiden unterlag, und mit harter Mühe mit Valens und Ursacius Gemeinschaft machte, aber wider den Athanasius nicht unterschrieb. Allein auch dieses ließ der Greis nicht unbeachtet, denn da er dem Tode nahe war, bezeugte er die gegen ihn gebrauchte Gewalt wie in einem Testamente, verfluchte die arianische Ketzerei, und sprach die Warnung aus, daß dieselbe Niemand annehmen sollte.

1: denn Hosius war schon hundert Jahre alt

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger