Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

41.

Denn wer soll, wenn er diese ihre verübten Gräuelthaten hört, nicht glauben, daß sie Alles eher als Christen seyen? Denn da Liberius den Priester Eutropius1 und den Diakon Hilarius mit einem Schreiben an den König abgeschickt hatte, zur nämlichen Zeit, als auch Lucifer und seine Gefährten ihr Bekenntniß ablegten, verbannten jene den Priester sogleich, den Diakon Hilarius aber entblößten sie zuerst, schlugen ihm den Rücken mit Geißeln, und verbannten ihn dann, indem sie dabei ausriefen: Warum hast du dich dem Liberius nicht widersetzt, sondern dessen Schreiben überbracht? Dieses thaten aber Ursacius und Valens mit ihren Verschnittenen. Der Diakon pries während der Geißelung den Herrn, eingedenk der Worte desselben.2 „Meinen Rücken bot ich zur Geißelung hin.“ Jene aber verspotteten und verhöhnten geißelnd den Mann, und errötheten nicht, daß sie einen Leviten mißhandelten; sie hegten lachend die Gesinnungen, welche ihnen geziemten, jener aber verharrte in der Lobpreisung. Denn geschlagen zu werden ist den Christen eigen, Christen zu geißeln aber ist der Verwegenheit des Pilatus und des Kaiphas eigen. So versuchten sie also auch Anfangs die römische Kirche zu stürzen, und versuchten auch dieser ihre Gottlosigkeit einzuflössen. Der verbannte Liberius aber fiel nach einer Zeit von zwei Jahren, und unterschrieb, durch die Androhung des Todes erschreckt. Allein auch dieses beweist eines Theils die Gewaltthätigkeit jener Menschen, andern Theils den Haß des Liberius gegen die Ketzerei, und seine Stimme zu Gunsten des Athanasius, so lange er frei und nach eigenem Gutdünken handeln durfte. Denn was durch die Foltern gegen die anfängliche Meinung entlockt wird, das ist nicht der Wille der Erschreckten, sondern der Wille der Folternden. Sie versuchten also Alles für ihre Ketzerei zu thun. In allen Kirchen aber bewahren die Völker den Glauben, welchen sie gelernt haben, erwarten ihre Lehrer, und verabscheuen insgesammt die gegen Christum kämpfende Sekte, welche sie gezwungen annahmen, wie eine Schlange.

1: Hilarius nennt ihn Pankratius (Fragm. 5, n. 6.)
2: Isai. L, 6.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . 40.
. . 41.
. . 42.
. . 43.
. . 44.
. . 45.
. . 46.
. . 47.
. . 48.
. . 49.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger