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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

38.

Da nun solches geschrieben worden war, entstand dort Furcht und Verfolgung in der ganzen Stadt. Gegen wie viele Familien wurden nun Drohungen ausgestossen? Wie viele erhielten Versprechungen, wenn sie gegen den Liberius handelten, und welche Versprechungen erhielten sie? Wie viele Bischöfe verbargen sich, als sie dieses sahen? Wie viele Freie des weiblichen Geschlechtes zogen sich wegen der Verleumdungen der Christusfeinde in die Dörfer zurück? Wie vielen Asceten bereiteten sie Nachstellungen? Wie Vielen, welche dort sich aufhielten, und dort ihren Wohnsitz hatten, zogen sie nicht die Vertreibung zu? Wie oft und wie sehr bewachten sie den Hafen und die Eingänge der Thore, damit ja kein Rechtgläubiger hinein käme und den Liberius besuchte? Da erfuhr auch Rom die Wuth der Christusfeinde, und erkannte endlich, was es bei dem frühern Hörensagen nicht geglaubt hatte, wie sehr auch die übrigen Kirchen in sämmtlichen Städten von jenen verheert wurden. Verschnittene aber waren es, welche sowohl dieses, als auch Anderes gegen Andere verübten; und das Auffallendste bei der Nachstellung ist dieß, daß die arianische Ketzerei, welche den Sohn Gottes läugnet, von Verschnittenen ihre Unterstützung erhält, welche, wie von Natur, so auch an der Seele unfähig sind, Tugend zu erzeugen, und überhaupt von einem Sohne gar nichts hören können. Der Eunuche aus Aethiopien glaubte, da er nicht verstand, was er las, dem Philippus, welcher ihn über den Heiland belehrte1; die Verschnittenen des Constantius aber geben nicht einmal dem Petrus Gehör, wenn er sein Bekenntniß ablegt, ja sie wenden sich sogar von dem Vater hinweg, wenn er seinen Sohn offenbart, und wüthen gegen diejenigen, welche sagen, er sey der wirkliche Sohn Gottes, indem sie so die Ketzerei der Verschnittenen aufrecht zu erhalten suchen, welche behauptet, daß es nichts Wirkliches und Wahres aus dem Vater gebe. Denn darum verbietet auch das Gesetz, dieselben zu einer Kirchenberathung zuzulassen; und doch sieht man diese jetzt als die Herren der kirchlichen Gerichte an; nach ihrem Gutdünken richtet Constantius, und die sogenannten Bischöfe sehen dabei heuchlerisch zu. O! wer wird wohl diese Dinge beschreiben? Wer wird sie einem andern Menschengeschlechte erzählen? Wer wird es glauben, wenn er hört, daß Verschnittene, welchen man kaum die häuslichen Verrichtungen anvertrauen möchte,2 daß diese jetzt in kirchlichen Angelegenheiten befehlen, und daß der ihnen untergebene Constantius Allen nachstellte, und den Liberius verbannte?

1: Apg. VIll, 27.
2: denn sie sind ein dem Vergnügen ergebenes Geschlecht, und bekümmern sich um nichts anders, als wie sie das, was ihnen die Natur versagt hat, bei Andern verhindern,

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger