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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

37.

So nun sprach der Bischof Liberius. Der Verschnittene aber ward aufgebracht nicht so fast, weil jener nicht unterschrieb, als vielmehr deßwegen, weil er fand, daß jener ein Feind der Ketzerei sey; er vergaß, daß er vor einem Bischofe stand, entfernte sich unter heftigen Drohungen mit den Geschenken, und erlaubte sich eine gesetzwidrige Handlung, welche schon von Christen ferne seyn sollte, von Verschnittenen aber noch verwegener ist. Denn er ahmte das Vergehen des Saul nach, ging zum Tempel des Apostels Petrus, und legte daselbst die Geschenke nieder. Als aber Liberius dieses erfuhr, zürnte er heftig über den Bewacher des Platzes, weil er denselben nicht verhindert hatte, und warf das Opfer als ein unerlaubtes weg, was den Verschnittenen noch mehr zum Zorne reizte. Er hetzte daher den König auf und sprach: Wir dürfen nicht mehr darum bekümmert seyn, daß Liberius unterschreibe; sondern deßwegen müssen wir besorgt seyn, weil er gegen die Ketzerei so gesinnt ist, daß er namentlich die Arianer mit dem Fluche belegt. Hiezu bewog er auch noch die übrigen Verschnittenen; es sind aber in der Umgebung des Constantius viele, ja lauter Verschnittene,1 und sie vermögen Alles bei ihm, und ohne diese kann bei ihm nichts geschehen. Der König schrieb also nach Rom, und es wurden wieder Hofbediente, Notare, Comes und Schreiben an den Statthalter abgeschickt, damit sie den Liberius entweder durch List hintergehen, von Rom hinweg führen und zu ihm in das Lager bringen, oder denselben mit Gewalt verfolgen möchten.

1: Der Menge dieser Eunuchen gedenken mehrere Schriftsteller. Als den Vorsteher davon nennt Ammianus Marcellinus lib. 14, cap. 11, lib. 15, cap. 3 diesen Eusebius, und sagt, daß er vom Kaiser Julian zum Tode verurtheilt worden sey. (Lib. 22, cap. 4.).

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger