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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

36.

Der Bischof aber machte seine Gegenvorstellung und belehrte ihn mit den Worten: Wie kann dieses gegen den Athanasius geschehen? Denn wie können wir den, welchen nicht bloß Eine Synode, sondern auch eine zweite, welche aus allen Welttheilen sich versammelt hatte, mit Recht als unschuldig erklärte, und welchen die römische Kirche mit Frieden erließ, wie können wlr diesen verdammen? Oder wer wird uns Beifall geben, wenn wir denjenigen, welchen wir bei seiner Anwesenheit freundlich empfangen, und zur Kirchengemeinschaft gelassen haben, in seiner Abwesenheit verabscheuen? So lautet nicht der kirchliche Kanon, und eine solche Ueberlieferung haben wir von den Vätern nicht erhalten, obwohl diese von dem seligen und großen Apostel Petrus Ueberlieferungen empfangen haben. Allein wenn dem Könige der Friede der Kirche am Herzen liegt, wenn er befiehlt, das aufzuheben, was bei uns hinsichtlich des Athanasius geschrieben wurde, so werde auch das aufgehoben, was von jenen gegen ihn geschah, so werde aufgehoben, was gegen alle Andere verübt wurde; und dann werde eine Kirchenversammlung fern von dem Palaste veranstaltet, in welcher weder der König zugegen, ist, noch ein Comes Zutritt hat, noch ein Richter droht, sondern die Furcht Gottes allein genügt, und die Anordnung der Apostel, damit auf diese Weise vor Allem der kirchliche Glaube bewahrt werde, wie die Väter in der zu Nicäa gehaltenen Synode bestimmt haben. Die Anhänger des Arius aber sollen hinausgestossen und ihre Ketzerei soll verflucht werden. Dann erst halte man Gericht über dasjenige, weßwegen Athanasius, und etwa auch mancher Andere beschuldiget wird, und über die Klagen, welche gegen jene erhoben werden; dann verstosse man die Schuldigen, lasse aber die Unschuldigen in Sicherheit leben. Denn man darf diejenigen der Synode nicht beizählen, welche hinsichtlich des Glaubens gottlos sind, und es schickt sich nicht, der Untersuchung über den Glauben die Untersuchung über irgend einen andern Gegenstand vorzuziehen. Denn zuerst muß alle Uneinigkeit in Betreff des Glaubens abgeschnitten, und dann erst über die andern Gegenstände eine Untersuchung angestellt werden. Denn unser Herr Jesus Christus heilte die Kranken nicht eher, als bis sie zeigten und erklärten, was für einen Glauben sie an ihn hätten. Dieses haben wir von den Vätern vernommen; dieses berichte dem Könige; denn dieses ist sowohl ihm, als auch dem Baue der Kirche zuträglich. Dem Ursacius und Valens sollte man kein Gehör geben; denn sie haben ihre frühern Vergehen bereut, und ihre Worte verdienen auch jetzt keinen Glauben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger