Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

35.

Besser wäre es nun, wenn Constantius gleich Anfangs überhaupt an dieser Ketzerei gar keinen Theil genommen hätte, oder wenn er, nachdem er dieses gethan hatte, den Gottlosen nicht so viele Macht eingeräumt hätte, oder wenn er, nachdem er sie ihnen eingeräumt hatte, mit ihnen wenigstens hiebei stehen geblieben wäre, damit sie nur für die bisher verübten Verbrechen gemeinschaftlich gerichtet würden. Allein da sie sich, wie man sieht, wie Unsinnige mit den Banden der Gottlosigkeit umstricken, ziehen sie sich ein schwereres Gericht zu. Denn sie verschonten Anfangs nicht einmal den römischen Bischof Liberius, sondern dehnten ihre Wuth sogar bis auf die dortigen Bewohner aus; und sie scheuten sich nicht, weil dort der apostolische Stuhl ist; sie fürchteten sich nicht, weil Rom die Hauptstadt des römischen Reiches ist; sie erinnerten sich nicht, daß sie dieselben früher in ihren Schreiben apostolische Männer genannt hatten; sondern sie vermischten Alles mit einander, vergassen Alles zusammen, und waren nur auf ihren Eifer für die Gottlosigkeit bedacht. Denn als sie sahen, daß derselbe rechtgläubig sey, die arianische Ketzerei hasse, und sich beeifere, Alle zu bereden, dieselbe zu verabscheuen und zu verlassen, glaubten die Gottlosen, daß sie, wenn sie den Liberius überredeten, Alle schnell besiegen würden; daher verleumdeten sie ihn bei dem Könige. Dieser nun schickte in der Hoffnung, durch den Liberius schnell Alle auf seine Seite zu bringen, einen gewissen Verschnittenen, Namens Eusebius, mit einem Schreiben und mit Geschenken an ihn ab, um ihm durch die Geschenke zu schmeicheln, durch das Schreiben aber zu drohen. Der Verschnittene reiste also nach Rom ab, und forderte zuerst den Liberius auf, gegen den Athanasius zu unterschreiben, und mit den Arianern in Kirchengemeinschaft zu treten, mit dem Beisatze: Der König will dieses und befiehlt dir, es zu thun. Hierauf zeigte er die Geschenke vor, ermahnte ihn, nahm ihn bei den Händen und sagte: Gehorche dem Kaiser, und nimm diese!

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Bilder Vorlage

Navigation
. . Mehr
. . 27.
. . 28.
. . 29.
. . 30.
. . 31.
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . 40.
. . 41.
. . 42.
. . 43.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger