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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

31.

Diese also zwang er in den einzelnen Städten zuerst, ihre Meinung zu ändern; als er aber nach Arelas1 und Mailand kam, handelte er, in allen Stücken, wie die Ketzer es ihm riethen und angaben, ja sie handelten vielmehr selbst so, und fielen, nachdem sie die Macht dazu erhalten hatten, über Alle her. Nun ergingen sogleich Schreiben und Befehle an den Präfekten, man sollte indessen das Getreide dem Athanasius nehmen, und den arianisch Gesinnten geben; und einem jeden, welcher wollte, sollte es erlaubt seyn, diejenigen zu mißhandeln, welche mit demselben Kirchengemeinschaft hätten. Man drohte auch den Richtern, wenn sie nicht mit den Arianern den kirchlichen Versammlungen beiwohnen würden. Dieses war aber nur ein Vorspiel dessen, was nachmals durch den Dux Syrianus verübt wurde. In die äussern Theile wurden wieder Befehle, Notare und Hofbeamte mit Drohungen in die einzelnen Städte zu den Bischöfen und Richtern geschickt, damit die Richter darauf dringen, die Bischöfe aber entweder mit den Arianern in Kirchengemeinschaft treten und gegen den Athanasius unterschreiben, oder die Strafe der Verbannung erdulden, die Laien aber, welche mit diesen sich versammeln würden, wissen möchten, daß sie Fessel, Schmach, Schläge und Beraubung ihrer Güter zu erwarten hätten. Und der Befehl wurde nicht vernachläßigt; denn die Abgeordneten hatten Kleriker des Ursacius und Valens bei sich, damit diese die Erstern aneifern, und die saumseligen Richter bei dem Könige anzeigen sollten. Und sie ließen die übrigen Sekten als ihre kleinern Schwestern wider den Herrn lästern, nur den Christen allein stellten sie nach, weil sie es nicht ertragen konnten, fromme Reden über Christum zu hören. Wie viele Bischöfe wurden daher, wie geschrieben steht2, zu den Statthaltern und Königen geführt und hörten von den Richtern Folgendes: Entweder unterschreibet, oder verlasset die Kirchen, denn der Kaiser befahl euere Absetzung? Wie viele wurden von ihnen von Stadt zu Stadt getrieben, damit sie dieselben nicht als Freunde der Bischöfe anklagen möchten? Denn es wurde auch an die Stadtobrigkeiten geschrieben, und ihnen mit Geldstrafe gedroht, wenn nicht eine jede den Bischof ihrer Stadt zur Unterschrift zwingen würde, und überhaupt war jeder Ort und jede Stadt mit Furcht und Verwirrung erfüllt, indem die Bischöfe fortgeschleppt wurden, und die Richter die Thränen und Seufzer der Völker sahen.

1: Arles
2: Mark. Xlll, 9.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger