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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

25.

Nachdem dieses so geschehen war, und nachdem Athanasius Abschied genommen, und sich auf den Weg gemacht hatte, freuten sich die Freunde, als sie den Freund sahen; von den Andern aber schämten sich Einige bei seinem Anblicke, Andere hatten den Muth nicht vor ihm zu erscheinen und verbargen sich, wieder Andere aber bereuten das, was sie gegen den Bischof geschrieben hatten. Alle Bischöfe von Palästina also, zwei oder drei1 und zwar verdächtige Männer ausgenommen, nahmen den Athanasius so auf, und freuten sich so sehr über die Kirchengemeinschaft mit ihm, daß sie sich schriftlich damit entschuldigten, sie hätten das, was sie vormals geschrieben hatten, nicht aus eigenem Antriebe, sondern durch Gewalt gezwungen geschrieben. Denn von den Bischöfen in Aegypten und Libyen, und von den Völkern in jenen Ländern und zu Alerandria zu sprechen ist überflüssig; Alle liefen nämlich zusammen und hatten eine unaussprechliche Freude, nicht allein weil sie die Ihrigen unverhofft lebendig wieder erhielten, sondern auch weil sie von den Ketzern als Wütherichen und wüthenden Hunden befreit wurden. Ungemein groß also war die Freude der Völker, welche in den Versammlungen sich gegenseitig zur Tugend ermunterten. Wie viele unverheurathete vorher zur Heurath bereitwillige Mädchen blieben Jungfrauen, indem sie Christo sich weihten? Wie viele Jünglinge widmeten sich nach dem Beispiele Anderer dem einsamen Leben? Wie viele Väter ermunterten ihre Kinder? Wie viele Väter wurden von den Kindern gebeten, sie möchten ihre Uebung in Christo nicht hindern? Wie viele Gattinen beredeten ihre Männer, wie viele Ehefrauen wurden von ihren Männern beredet, dem Gebete obzuliegen, wie der Apostel sagt2? Wie viele Wittwen und wie viele Waisen, welche zuvor Hunger litten und keine Kleider hatten, litten in Folge des großen Tugendeifers der Völker nachher nicht nur keinen Hunger mehr, sondern traten auch gekleidet hervor? So groß war überhaupt der Wetteifer in der Tugend, daß man eine jede Wohnung und ein jedes Haus wegen der Liebe zum Guten, welche die Bewohner erfüllte, und wegen des Gebetes zu Gott für eine Kirche halten konnte. Tiefer und bewunderungswürdiger Friede herrschte in den Kirchengemeinden, indem die Bischöfe von allen Seiten her dem Athanasius schrieben, und von ihm die gewöhnlichen Friedensschreiben erhielten.

1: Nämlich Acacius von Cäsarea, und Patrophilus von Scythopolis. (Sieh die Apologie gegen die Arianer, Num. 57 im Anfange.)
2: 1. Kor. VII, 5.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger