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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

3.

Dieses verüben jetzt die Gottlosen, wie sie es schon früher verübt haben, gegen die Rechtgläubigen; wodurch sie die Beweise ihrer Bosheit und Gottlosigkeit überall bei Allen verbreiten. Denn gesetzt, sie haben den Athanasius angeklagt, was haben denn die übrigen Bischöfe verbrochen? Welche Veranlassungen gaben sie, oder welcher Arsenius wurde bei ihnen todt gefunden? Was für ein Priester Makarius, oder welcher zerbrochene Kelch fand sich bei ihnen? Welcher Meletianer spielte eine Rolle? Aber wie aus ihren Handlungen erhellet und es sich zeigt, daß ihre Aussagen gegen den Athanasius falsch sind; so erhellet auch aus ihrem Verfahren gegen den Athanasius, daß auch die Beschuldigungen wider Andere erdichtet sind. Ein großes Ungeheuer ist über die Erde ausgegangen, nämlich diese Ketzerei; denn sie verletzt nicht bloß durch Worte wie durch Zähne die Unschuldigen, sondern miethete auch um Geld die äussere Gewalt zur Nachstellung. Und das Auffallende dabei ist, daß, wie ich schon sagte, Niemand aus ihnen angeklagt, oder wenn er angeklagt wird, nicht gerichtet wird, oder daß, wenn man ihn auf den Schein zur Rede stellt, diejenigen, welche ihn überführen, verurtheilt werden, und daß demjenigen, welcher überweiset, nachgestellt, der Schuldige aber nicht einmal beschämt wird. Bei ihnen also strotzen Alle von Unflath, und ihre kataskopoi (Spione), denn episkopoi (Bischöfe) dürfen sie nicht genannt werden, sind unfläthiger, als Alle. Und wenn bei ihnen Jemand Bischof werden will, so hört er nicht die Worte:1 „Ein Bischof muß untadelhaft seyn;“ sondern nur: Denke feindselig gegen Christum und kümmere dich nicht um den Wandel; denn dieses ist hinreichend, um dich zu empfehlen und ein Freund des Kaisers zu werden. So viel von denen, welche mit Arius gleiche Gesinnung haben. Die Eiferer für die Wahrheit aber werden, obschon sie heilig und rein sich zeigen, wie ich oben gesagt habe, dennoch für schuldig gehalten, wenn jene es wollen, und nach ihrem Gutdünken Verbrechen ersinnen. Dieses kann man, wie ich gesagt habe, aus ihren Handlungen ersehen.

1: Tim. III, 2.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger