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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

20.

Allein nicht einmal so begaben sie sich zur Ruhe; sondern wie der Vater ihrer Sekte, wie ein Löwe, umhergeht, suchend, wen er verschlinge; so gingen auch sie, nachdem sie die Erlaubniß öffentlich umherzugehen erhalten hatten, umher, und wenn sie irgend einen fanden, der ihre Flucht tadelte, und die arianische Ketzerei verabscheute, so geißelten, fesselten und zwangen sie ihn, aus seinem Vaterlande sich zu verbannen; und sie machten sich so furchtbar, daß sie Viele zu Heuchlern bildeten, Viele aber lieber in die Wüsten fliehen, als mit ihnen auch nur überhaupt zusammentreffen wollten. Dieses waren die Gräuelthaten dieser wüthenden Menschen nach der Flucht. Ja sie verübten noch ein neues Verbrechen, welches ihrer Ketzerei ganz entspricht, früher aber noch nie gehört worden ist, ja vielleicht nie mehr geschehen wird, nicht einmal bei den ausgelassensten Heiden, geschweige denn bei Christen. Denn da die heilige Synode Bischöfe als Abgeordnete geschickt hatte, nämlich den Vincentius, Bischof von Capua, welches die Hauptstadt von Campanien ist, und den Euphrates, Bischof von Köln, der Hauptstadt von Ober-Gallien, damit, wie die Synode beschlossen hatte, der König die Bischöfe in ihre Kirchengemeinden zurückkehren lassen möchte, da er dieselben auch vertrieben hatte; und da der sehr gottesfürchtige Constans zu Gunsten der Bischöfe an seinen Bruder ein Empfehlungsschreiben geschickt hatte; ersannen die sonderbaren und zu Allem tollkühnen Menschen, sobald sie dieselben zu Antiochia erblickt hatten, gemeinschaftlich einen Plan, und Stephanus übernahm, als der hiezu Tauglichste, allein die Rolle. Sie mietheten also eine öffentliche feile Dirne, selbst in den Tagen des hochheiligen Osterfestes, entblößten sie, und schickten sie Nachts zum Bischofe Euphrates hinein. Die Hure nun, welche glaubte, ein junger Mann habe sie gerufen, folgte Anfangs mit größter Bereitwilligkeit; als sie aber, von jenen hineingedrängt, sah, daß der Mann schlafe und von dem, was geschehe, nichts wisse; als sie dann das Angesicht eines Greises und die Gestalt des Bischofes erblickte und betrachtete, schrie sie sogleich laut auf und beklagte sich über Gewalt. Jene aber baten sie zu schweigen, und die Sache fälschlich dem Bischofe aufzubürden. Als es nun Tag geworden war, wurde der Vorfall durch die Sage bekannt, und die ganze Stadt lief zusammen. Auch die aus dem Palaste geriethen in Bewegung, indem sie über das Gerücht staunten, und verlangten, es sollte dieses nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Die Sache kam also vor Gericht, und der Hurenwirth verrieth die, welche zur Buhlerin gekommen waren, diese aber gaben den Stephanus an; denn sie waren Kleriker von ihm. Stephanus wurde daher abgesetzt, und der Verschnittene Leontius ward an seiner Statt Bischof, damit ja der arianischen Ketzerei kein Beschützer fehlen möchte

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger