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Athanasius (295-373) - Geschichte der Arianer. (Historia Arianorum)

15.

Auf diese Weise nun verfuhren jene gegen Alle. Die zu Rom versammelten Bischöfe aber, gegen fünfzig an der Zahl, nahmen den Eusebius und seine Anhänger, weil sie verdächtig waren und zu kommen sich scheuten, nicht auf, sondern erklärten auch die Schreiben derselben für kraftlos; uns aber nahmen sie auf, und traten freudig in Kirchengemeinschaft mit uns. Während aber dieses geschah, wurde der König Constans sowohl von der zu Rom gehaltenen Synode, als auch von den Dingen, welche zu Alexandrien und im ganzen Morgenlande gegen die Kirchen verübt wurden, in Kenntniß gesetzt; hierauf schrieb er seinem Bruder Constantius, und beide beschlossen, daß eine Synode gehalten, und die Sache untersucht werden sollte, damit diejenigen, welche Unrecht erlitten, nicht ferner dulden, und die, welche Unrecht zufügten, etwas solches nicht mehr wagen möchten. Es versammelten sich nun aus dem Morgenlande und dem Abendlande in der Stadt Sardika ungefähr hundert und siebenzig Bischöfe; die abendländischen Bischöfe waren allein, und hatten den Vater Hosius bei sich; die morgenländischen aber führten Jugendlehrer und Wortführer, den Comes Musonianus und den Hesychius von dem kaiserlichen Hoftager mit sich; und im Vertrauen auf diese erschienen sie wohlgemuth, in der Meinung, daß sie durch die Macht derselben wieder Alles durchsetzen würden. Denn so und mittelst dieser haben sie allzeit, welchen sie wollten, sich furchtbar gezeigt, und denen nachgestellt, welchen nachzustellen ihnen beliebte. Da sie aber bei ihrem Eintritte sahen, daß nur ein kirchliches Gericht, ohne Comes und Soldaten, gehalten werde; da sie die Ankläger aus jeder Gemeinde und Stadt erblickten, und die Beweise gegen sie; da sie die ehrwürdigen Bischöfe Arius1 und Asterius sahen, welche zwar mit ihnen gekommen, aber von ihnen abgefallen und zu uns übergetreten waren, und welche ihre Verschlagenheit schilderten und sagten, wie argwöhnisch sie bei ihren Handlungen wären, wie sehr sie sich vor der Untersuchung fürchteten und besorgten, sie möchten von uns als Verleumder überwiesen, und es möchte von den Anklägern, welche sie bestellt hatten, verrathen werden, daß sie selbst ihnen Alles, was sie sagen sollten, vorgesagt und diese Ränke ersonnen hätten; da sie dieses sahen, verschlossen sie, obgleich sie voll Eifer gekommen waren, in der Meinung, wir würden aus Furcht vor ihnen nicht einmal erscheinen, sobald sie unsere Zuversicht bemerkten, sich in den Pallast, denn dort wohnten sie. Und dann sprachen sie so mit einander: Wir sind unter andern Voraussetzungen gekommen, Anderes sehen wir; wir sind mit einem Comes erschienen, und ohne Comes wird das Gericht gehalten; wir werden gewiß verurtheilt. Ihr alle kennet die Befehle; Athanasius hat die Akten über die Vorfälle in Mareotis, durch welche er gerechtfertiget, wir aber beschämt werden. Warum zögern wir also? Warum verschieben wir die Sache? Lasset uns Vorwände ersinnen und hinweggehen, damit wir nicht, wenn wir hier bleiben, verurtheilt werden. Es ist besser zu fliehen und zu erröthen, als der Verleumdung überführt und so beschämt zu werden. Fliehen wir, so können wir doch wenigstens auf irgend eine Weise die Ketzerei begünstigen; und wenn sie auch, da wir fliehen, uns verurtheilen, so haben wir doch den Kaiser zu unserm Beschirmer, welcher nicht gestattet, daß wir von den Völkern aus den Kirchen verstossen werden.

1: Er war Bischof zu Petra, und änderte seinen Namen Arius, aus Abscheu gegen den Ketzer dieses Namens, in Makarius um.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger