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Athanasius (295-373)
Brief an die Einsiedler

1.

Allen, welche allenthalben das Einsiedlerleben üben, im Glauben an Gott gestärkt und in Christo geheiligt sind, und sagen:1 „Sieh! wir haben Alles verlassen, und sind dir nachgefolgt,“ den geliebten und sehr theuern Brüdern, große Freude in dem Herrn!

Euerer Freundschaft willfahrend und oft von euch dazu aufgefordert habe ich endlich meine und der Kirche Drangsale kurz aufgezeichnet, und nach Kräften die verabscheuungswürdige Ketzerei der Ariomaniten widerlegt und gezeigt, wie weit dieselbe von der Wahrheit entfernt ist. Was ich aber bei dem Niederschreiben empfunden habe, glaube ich euerer Frömmigkeit bekannt machen zu müssen, damit ihr auch hieraus erkennet, wie wahr das ist, was der selige Apostel gesagt hat:2 „O Tiefe des Reichthumes der Weisheit und der Erkenntniß Gottes!“ und mir von Natur schwachen Menschen verzeihet. Denn je mehr ich schreiben wollte, und mir selbst Zwang anthat, die Gottheit des Wortes zu begreifen, desto weiter wich die Erkenntniß von mir; und ich erkannte, daß ich in demselben Grade von ihr entfernt war, in welchem ich sie erfaßt zu haben glaubte. Denn nicht einmal dasjenige, was ich zu verstehen wähnte, vermochte ich niederzuschreiben; sondern auch das, was ich schrieb, war weniger, als der, wenn auch kleine, Schatten der Wahrheit in meinem Geiste.

1: Matth. XlX, 27.
2: Röm. Xl. 53.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger