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Athanasius (295-373) - Brief an die Einsiedler

3.

So also habe ich geschrieben, so viel ich schreiben konnte; ihr aber, meine Lieben! nehmet dieses auf, nicht als wenn es eine vollkommene Erklärung über die Gottheit des Wortes enthielte, sondern bloß als eine Widerlegung der Gottlosigkeit der Feinde Christi, die jedoch denen, welche wollen, eine Gelegenheit darbietet, den frommen und gesunden Glauben in Christo zu erlangen. Ist aber etwas weggelassen, (Ich glaube aber, es sey Alles weggelassen,) so verzeihet mir mit reinem Bewußtseyn, und nehmet dieses nur als ein für die Gottseligkeit gewagtes Unternehmen auf. Denn zur vollkommenen Widerlegung der Ketzerei der Arianer genügt schon das von dem Herrn hinsichtlich des Todes des Arius verhängte Urtheil, welches ihr schon früher von Andern vernommen habet.1 Denn was der heilige Gott beschlossen hat, wer wird dieses vereiteln können? und wen der Herr verdammt hat, wer wird diesen rechtfertigen? Denn wer erkennt aus einem solchen wunderbaren Ereignisse endlich nicht, daß jene Ketzerei Gott verhaßt sey, wenn sie auch die Menschen zu Beschirmern hat? Wenn ihr also dieses gelesen habet, so betet für uns, und ermahnet euch gegenseitig, dieses zu thun. Schicket aber das Schreiben selbst sogleich zu uns zurück, und gebet durchaus Niemanden eine Abschrift davon, noch schreibet es für euch selbst ab, sondern begnüget euch als rechtschaffene Wechsler mit dem bloßen Lesen, wenn ihr es auch öfter lesen wollet. Denn es ist nicht ohne Gefahr, daß die Schriften von uns Stammelnden und Ungelehrten auf die Nachwelt kommen. Grüßet einander in Liebe, und Alle, welche mit Gottesfurcht und Glauben zu euch kommen,2 „Denn wenn Jemand,“ wie der Apostel sagt, „den Herrn nicht lieb hat, so sey er verflucht! die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sey mit euch! Amen.“

1: Isai. XlV, 27.
2: 1. Kor. XVI, 22, 23.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger