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Athanasius (295-373) - Brief an den Kaiser Jovianus (Epistula ad Iovianum imperatorem)
Vorerinnerung

2.

Als Julianus nach Antiochien kam, fand er dort keineswegs jenen Eifer, den er zur Herstellung des Heidenthumes gewünscht hatte. Man spottete sogar über seine kleine Gestalt, seinen Bart und seine Opfer, wofür er aber auch nach der Rückkehr aus dem persischen Kriege sich zu rächen entschlossen war. Er schmeichelte sich den Aussagen der Orakel von Delos, Delphi, Dodona u. a. m. zufolge in seinen Unternehmungen glücklich zu seyn, wie uns Theodoretus, der heil. Gregorius von Nazianz, Philostorgius, und Libanius, orat. 12, berichten. Der Kaiser selbst sagt in seinem zweiten Briefe, daß die Gottheiten aller Orten, durch welche er seine Reise machte, ihm einen glücklichen Erfolg versprochen hätten. Allein bald hatte er Gelegenheit zu erkennen, wie wenig diese Götter vermochten. Denn sein Kriegsheer, das aus fünf und sechszig tausend Mann bestand, welches er unvorsichtiger Weise in unwegsame Wüsten führte, wurde im Juni 363 zusammengehauen, und er selbst verlor auf dem Schlachtfelde das Leben, am 26 oder 27 Juni, im 31ten Jahre seines Alters. Ammianus Marcellinus sagt, man habe ihn, da er gefährlich verwundet war, in sein Zelt getragen, wo er denselben Tag noch Vormittags gestorben sey. Bei Theodoretus, Sozomenus, und in den Akten des heil. Märtyrers Theodoretus liest man, daß Julianus, als er sich tödtlich verwundet fühlte, seine Hände mit seinem Blute angefüllt und gegen den Himmel geworfen habe mit der Lästerung: „Du hast gesiegt, Galiläer, du hast gesiegt.“ — So ging an dem abtrünnigen Julianus in Erfüllung, was ihm der heilige Basilius von Ancyra geantwortet hatte: „Du, mein Gebieter, der du Jesu Christo meineidig geworden bist, selbst zur Zeit, als er dir das Reich gab! ich erkläre dir, daß er dir bald dasselbe sammt deinem Leben wieder nehmen wird. Er wird deinen Thron umstürzen, wie du seine Altäre zertrümmert hast; und weil du jenes heilige Gesetz, welches du (als Vorleser) dem Volke so oft verkündigtest, verletzt und mit Füssen getreten hast, so wird auch dein Leib mit Füssen getreten werden und unbeerdiget bleiben.“

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger