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Athanasius (295-373) - Schreiben an die Antiochier (Tomus ad Antiochenos)

4.

Was nun die Schrift1 betrifft, von welcher Einige die Sage verbreiten, als wäre sie in der Synode zu Sardica über den Glauben abgefaßt worden, so verhindert, daß sie auch nur gelesen oder vorgebracht werde; denn die Synode hat nichts solches beschlossen. Einige verlangten zwar, man solle etwas über den Glauben schreiben, als wäre die Synode zu Nicäa mangelhaft, und suchten mit ihrer Forderung durchzudringen; aber die heilige zu Sardica versammelte Synode nahm dieses mit Mißfallen auf und beschloß, daß über den Glauben ferner nichts mehr geschrieben werden sollte, sondern daß der von den Vätern zu Nicäa bekannte Glaube genüge, weil er nicht mangelhaft, sondern voll Frömmigkeit sey, und daß kein zweites Glaubensbekenntniß mehr bekannt gemacht werden sollte, damit nicht das zu Nicäa verfaßte als unvollkommen angesehen, und denjenigen ein Anlaß gegeben werde, welche oft über den Glauben schreiben und Bestimmungen festsetzen wollen. Wenn man daher dieses oder etwas anders zum Vorwande gebraucht, so suchet es dahin zu bringen, das solche sich ruhig verhalten, und ermahnet sie zum Frieden; denn wir sehen bei ihnen nichts weiteres, als nur Streitsucht. Denn diejenigen, welche von Einigen getadelt wurden, daß sie drei Hypostasen annähmen, weil diese Worte nicht in der Schrift ständen und daher verdächtig wären, ersuchten wir, nichts weiteres, als das nicäische Glaubensbekenntniß zu prüfen, fragten sie aber dennoch, weil sie gerne streiten, ob, wie die Ariomaniten jene Hypostasen einander entfremdet und entäußert nennen und behaupten, daß sie von einander verschiedene Wesenheiten seyen, und daß eine jede Hypostase für sich von der andern getrennt sey, wie die andern Geschöpfe, und wie die Kinder der Menschen sind, oder gleichsam verschiedene Wesenheiten, wie das Gold, das
Silber oder das Erz ist, eben so auch sie sagen, oder wie andere Ketzer drei Prinzipe und drei Götter annehmen, so auch sie denken und drei Hypostasen behaupten? Sie versicherten aber, daß sie dieses weder sagen, noch jemals gedacht hätten. Auf unsere Frage aber: In welchem Sinne also saget ihr dieses, oder warum bedienet ihr euch überhaupt solcher Ausdrücke? antworteten sie: Weil wir an eine heilige Dreieinigkeit glauben, die nicht bloß dem Namen nach, sondern in der Wirklichkeit ist und besteht; wir erkennen nämlich einen Vater, welcher in Wirklichkeit ist und besteht, und einen Sohn, welcher in Wahrheit wesentlich ist und besteht, und einen heiligen Geist, welcher bestehen und Daseyn hat. Und sie behaupteten, daß sie keineswegs drei Götter oder drei Prinzipe annehmen, und überhaupt denjenigen kein Gehör geben, welche dieses sagen oder denken; sondern daß sie zwar eine heilige Dreieinigkeit, aber doch nur Eine Gottheit und Ein Prinzip anerkennen, und den Sohn als solchen, welcher dieselbe Wesenheit, wie der Vater hat, wie die Väter gesagt haben, den heiligen Geist ferner nicht als ein Geschöpf, noch als entfremdet, sondern als eigen und von der Wesenheit des Sohnes und des Vaters untrennbar.

1: Diese Schrift oder dieses Glaubensbekenntniß findet sich bei Theodoret, lib. 2, c. 8. und ist dem Kreisschreiben der Synode von Sardica beigefügt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger