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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

55.

Nachdem ich über die Synoden geschrieben hatte, vernahm ich, daß der höchst gottlose Konstantius an die zu Rimini sich aufhaltenden Bischöfe geschrieben habe; und ich gab mir alle Mühe, um von den aufrichtigen Brüdern die Abschrift davon zu erhalten, und sie euch zugleich mit der Antwort der Bischöfe zu übersenden, damit ihr sowohl bie gottlose Verschlagenheit des Kaisers, als auch die feste und unerschütterliche Anhänglichkeit der Bischöfe an die Wahrheit kennen lernet.

Inhalt des Briefes.1

Konstantius, der siegreiche und triumphirende Augustus, an alle zu Rimini versammelten Bischöfe.

Daß wir immer eine vorzügliche Sorge tragen für das göttliche und anbetungswürdige Gesetz, ist auch euerer Sanftmuth nicht unbekannt. Aber bisher haben wir die zwanzig Bischöfe, welche von euerer Einsicht abgesandt worden sind, und welche euere Gesandtschaft übernommen haben, noch nicht sehen können. Denn es drängte uns ein nothwendiger Feldzug gegen die Barbaren; und der Geist muß, wie ihr wisset, frei seyn von aller Sorge, wenn er über Angelegenheiten des göttlichen Gesetzes verhandeln will. Daher haben wir den Bischöfen befohlen, zu Adrianopel unsere Rückkehr zu erwarten, damit wir, nachdem alle Staatsangelegenheiten gut geordnet sind, dann endlich auch das, was jene vorbringen, anhören und prüfen können. Es möge daher euerer Standhaftigkeit nicht lästig scheinen, auf ihre Rückkehr zu warten, damit ihr, wenn sie zurückgekehrt sind und unsere Antworten euch überbracht haben, Alles, was die Wohlfahrt der katholischen Kirche befördert, ausführen könnet. Dieses Schreiben erhielten die Bischöfe, indem Drei es überbrachten.

Abschrift des Briefes der Bischöfe.2

Das Schreiben deiner Menschenfreundlichkeit haben wir erhalten, frömmster Herr und Kaiser! worin du anzeigest, daß du wegen des Dranges der Staatsgeschäfte unsere Gesandten noch nicht habest sehen können, und uns befiehlst, auf ihre Rückkehr zu warten, bis deine Frömmigkeit von ihnen wird vernommen haben, was von uns in Folge der Ueberlieferung unserer Väter beschlossen wurde. Allein wir bekennen und betheuern auch jetzt durch dieses Schreiben, daß wir keineswegs von unserm Vorsatze abgehen werden; denn dieses haben wir auch unsern Abgeordneten befohlen. Wir bitten daher, daß du geruhen möchtest, mit heiterem Angesichte sowohl dieses Schreiben unserer Wenigkeit vorlesen zu lassen, als auch die Aufträge, welche wir unsern Abgeordneten gegeben haben, gütig aufzunehmen. Dieses sieht ja zugleich mit uns auch deine Güte ein, welche Trauer und Betrübniß jetzt herrscht, weil in deinen höchst glücklichen Zeiten so viele Kirchen ihrer Bischöfe beraubt sind. Und daher stellen wir an deine Menschenfreundlichkeit abermals die Bitte, von Gott geliebtester Herr und Kaiser! daß du uns vor dem rauhen Winter, wenn je es deiner Frömmigkeit gefällig ist, zu unsern Kirchen zurückkehren lassen möchtest, auf daß wir zum allmächtigen Gott, und zu unserm Herrn und Heilande, Christus, seinem eingebornen Sohne, für dein Reich, mit den Völkern die gewöhnlichen Gebete verrichten können, wie wir es allzeit gethan haben, und auch jetzt flehend thun.

1: Dieser Brief steht auch bei Sokrates lib. 2, cap. 37.
2: Auch dieser Brief steht bei Sokrates lib. 2, cap. 34. bei Theodoret lib. 2. cap. 20. aber mit verschiedenen Worten. Er war nämlich Anfangs lateinisch geschrieben, wurde aber von Athanasius, Sokrates und Theodoretus verschieden in das Griechische übersetzt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger