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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

6.

Welchen vernünftigen Grund aber haben die von jenen jetzt versammelten Synoden? Denn wenn irgend eine neuere Ketzerei nach der arianischen entstanden ist, so sollen sie uns die Erdichtungen derselben wörtlich angeben, und sagen, wer die Urheber derselben seyen; so sollen sie in ihren Schriften die vor dieser Synode entstandenen Ketzereien, unter welchen auch die arianische ist, verdammen, wie es die Nicänischen Väter gethan haben, damit auch sie einen wahrscheinlichen Anlaß, etwas Neueres zu sagen, zu haben scheinen. Ist aber nichts solches vorgefallen, und können sie dieses nicht beweisen, ja sagen sie dieses vielmehr, weil sie Anhänger der Gottlosigkeit des Arius sind, und ändern sie, täglich widerlegt, ihre Meinung; wozu bedürfte es denn der Synoden, da die Nicänische hinreichend ist, welche sowohl gegen die arianische, als auch gegen die übrigen Ketzereien Veranstaltet wurde, und dieselben alle durch ihren gesunden Glauben verdammte? Denn jener berüchtigte Aetius, genannt 1 der Atheist, wüthet nicht darum, weil er einen neuen Unsinn erfunden hat, sondern er litt, in die arianifche Ketzerei gleichsam durch Sturm hineingezogen, selbst mit den von ihm irre geführten Menschen Schiffbruch. Ohne Grund laufen sie also umher und geben überall vor, sie hätten des Glaubens wegen die Haltung der Synoden verlangt. Denn die heilige Schrift genügt mehr, als alles Andere. Ist aber hierüber eine Synode nothwendig, so haben wir die Verhandlungen der Väter; denn die zu Nicäa Versammelten haben auch diesen Gegenstand nicht vernachlässigt, sondern sie haben so trefflich darüber geschrieben, daß diejenigen, welche ihre Schriften mit unbefangenem Sinne lesen, durch dieselben an die Frömmigkeit gegen Christum, welche in den göttlichen Schriften verkündet wird, erinnert werden können.

1: Dieser Mensch, der sich der Welt in verschiedenen Gestalten gezeigt hatte, als Sclav, als Kupferschmied, als Dieb, als Quacksalber, als Sophist, und als Arianer, verbreitete noch gräulichere Lästerungen, als Arius, so daß das Volk ihn gewöhnlich nur den Atheisten oder Gottesläugner nannte. Auch seine Sittenlehre war noch gräßlicher, oder vielmehr war Aufhebung aller Sittenlehre, aller Schamhaftigkeit, alles Ehrgefühls; über die abscheulichsten Laster der Unzucht scherzte er schamlos, die schändlichste Leidenschaft nannte er ein natürliches, ganz unschuldiges Bedürfniß, und bediente sich, um seine Behauptung zu beleuchten, der schmutzigsten Gleichnisse. Weiteres über seine Sekte sagt der heil. Epiphanius. haeres. 76.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger