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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

50.

Wenn nun Jemand einen andern Anfang und einen andern Vater sich denken würde, weil das, was von Beiden gesagt wird, gleich ist, so wäre dieses ein wahnsinniges Hirngespinst. Wenn aber, weil der Sohn aus dem Vater ist, Alles, was der Vater hat, (wie es beim Ebenbilde und Gleichbilde der Fall ist,) auch der Sohn hat; so lasset uns mit ruhigem Herzen überlegen, ob eine von der Wesenheit des Vaters verschiedene Wesenheit für solche Dinge empfänglich sey, und ob ein solcher eine verschiedene Natur und eine andere Wesenheit, und nicht vielmehr mit dem Vater gleiche Wesenheit habe. Denn wir müssen uns hüten, daß wir nicht das, was dem Vater eigenthümlich ist, auf das übertragen, was eine der seinigen ungleiche Wesenheit hat, und daß wir nicht in einem, welcher eine verschiedene Natur und eine andere Wesenheit hat, die Gottheit des Vaters nachweisen wollen, dadurch eine andere fremdartige Wesenheit als empfänglich für die Eigenschaften der ersten Wesenheit einführen, und von Gott selbst beschämt werden, der da spricht:1 „Meine Ehre werde ich einem Andern nicht einräumen;“ und als Anbeter eines fremdartigen befunden und für solche gehalten werden, wie einst die Juden waren, die da sagten:2 „Warum machest du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott?“ da sie auch das, was des Geistes war, einem Andern zuschrieben und lästerten mit den Wotten:3 „Durch Beelzebub treibt er die Teufel aus.“ Ist aber dieses ungeziemend, so hat der Sohn offenbar nicht eine ungleiche, sondern eine gleiche Wesenheit mit dem Vater. Denn wenn das, was des Vaters ist, von Natur dem Sohne angehört, wenn der Sohn selbst aus dem Vater ist, und wenn in Folge einer solchen Einheit der Gottheit und der Natur, er und der Vater Eines sind, und der, welcher den Sohn sieht, auch den Vater sieht, so wurde von den Vätern mit Recht gesagt, daß er gleiche Wesenheit habe. Denn wer eine andere Wesenheit hat, der kann solche Eigenschaften nicht besitzen.

1: Isai. XLIl, 8.
2: Ioh. X, 33.
3: Luk. Xl, 15.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger