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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

40.

Allein der Sinn dieser Worte, erwidern sie, ist uns dunkel. Denn ihr nichtiger Vorwand lautete so: Weil wir die Erklärung der Worte nicht fassen können, verwerfen wir diese Ausdrücke. Wenn aber das, was sie sagten, wahr gewesen wäre, so hätten sie nicht sagen sollen: Wir verwerfen sie; sondern sie hätten sich bemühen sollen, von Kundigen sich Kenntniß zu verschaffen; denn sonst müssen sie Alles, was sie in den göttlichen Schriften nicht verstehen, verwerfen, und die, welche es geschrieben haben, anschuldigen. Ein so tolles Verfahren ist jedoch mehr für Häretiker, als für uns Christen geziemend. Denn was wir in den heiligen Aussprüchen nicht verstehen, das verwerfen wir deßwegen noch nicht, sondern fragen darüber diejenigen, welchen es der Herr geoffenbaret hat, und suchen es von diesen zu erfahren. Weil sie aber die Dunkelheit jener Worte zum Vorwande gebrauchen, so sollen sie zugeben, was sogleich beigefügt wird, und diejenigen verfluchen, welche denken, der Sohn sey aus Nichts, und er war nicht, ehe er geboren wurde, und das Wort Gottes ist etwas Geschaffenes und Gemachtes; und es ist von Natur veränderlich, und aus einer andern Substanz; und überhaupt sollen sie die arianische Ketzerei verdammen, welche eine solche Gottlosigkeit erdacht hat. Sie sollen ferner nicht mehr sagen: Wir verwerfen diese Ausdrücke sondern: Wir verstehen sie noch nicht, um so einen wahrscheinlichen Vorwand zu haben, die Annahme derselben zu verweigern. Allein ich weiß es gar wohl und bin davon überzeugt, und sie selbst wissen es, daß sie, wenn sie dieselben bekennen und die arianische Ketzerei verfluchen, auch jene Ausdrücke der Synode nicht läugnen werden. Denn darum haben auch die Väter, nachdem sie gesagt hatten, der aus der Wesenheit des Vaters gezeugte Sohn habe mit dem Vater gleiche Wesenheit, sogleich beigesetzt: Diejenigen aber, welche die obengenannten Worte der arianischen Ketzerei behaupten, verfluchen wir, um anzuzeigen, daß dieses von ihnen gleichsam auf parallele Weise gesagt wurde, und daß beide Ausdrücke das Nämliche bezeichnen, und daß der, welcher sich zu jenen bekennt, auch dieses denken werde. Diejenigen aber, welche nicht nur dieses nicht annehmen, sondern auch jene Worte mißbilligen, werden allenthalben als Feinde Christi überführt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger