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Athanasius (295-373) - Abhandlung über die Synoden zu Rimini in Italien, und zu Seleucia in Isaurien. (De synodis Arimini et Seleuciae in Isauria)

36.

Weil auch die Synode dieses einsah, und die verschiedenen Deutungen desselben Wortes kannte, haben die Väter, damit nicht Einige vermuthen möchten, der Sohn Gottes werde eben so „von Gott“ genannt, wie die Geschöpfe, deutlicher geschrieben, der Sohn sey aus der Wesenheit; denn dadurch wird angezeigt, daß er wirklich der wahre Sohn des Vaters sey, während hingegen durch den einfachen Ausdruck „von Gott“ der Wille des Schöpfers bei der Erschaffung angedeutet wird. Haben nun auch sie in demselben Sinne geschrieben, das Wort sey aus dem Vater; so sollen sie die Synode nicht schmähen; fassen sie aber den Ausdruck „von Gott“ in dem Sinne, in welchem er von den Geschöpfen geschrieben steht; so hätten sie, denselben auf die Schöpfung beziehend, den Sohn nicht nennen sollen, um nicht den Schein anzunehmen, als wollten sie Lästerung in die Religion mischen, und sie hätten den Herrn entweder den Geschöpfen nicht beizählen, oder nicht Unwürdiges und Ungeziemendes von dem Sohne schreiben sollen. Denn wenn er Sohn ist, so ist er kein Geschöpf; ist er aber ein Geschöpf, so ist er nicht Sohn. Bei dieser Gesinnung aber werden sie vielleicht auch die heilige Taufe läugnen, weil sie im Namen des Vaters und des Sohnes, und nicht im Namen des Schöpfers und eines Geschöpfes ertheilt wird, wie sie meinen. Allein dieses steht nicht geschrieben, sagen sie, und wir verwerfen jene Ausdrücke, weil sie in den Schriften nicht enthalten sind. Aber auch dieses ist wieder ein unverschämter Vorwand von ihnen. Denn halten sie Ausdrücke, welche nicht geschrieben stehen, für verwerflich; warum haben sie sich denn dem Arius, welcher einen solchen Schwall von Ausdrücken, welche in den Schriften nicht stehen, ersonnen hat, wie da sind: „Aus Nichtseyendem,“ und: „Der Sohn war nicht, ehe er geboren wurde“ und: „Es war eine Zeit, wo er nicht war,“ und: „Er ist veränderlich,“ und: „Der Vater ist für den Sohn unaussprechbar und unsichtbar,“ und: „Der Sohn kennt seine eigene Wesenheit nicht,“ und allen Meinungen, welche Arius in seiner lächerlichen und gottlosen Thalia ausgespien hat, nicht widersetzt? Warum vertheidigen sie vielmehr dieselben und warum kämpfen sie wegen derselben gegen ihre Väter? In welcher Schrift aber haben sie selbst Folgendes gefunden, nämlich: Nichtgeboren, und den Namen der Wesenheit, und: Es sind drei Hypostasen, und: Christus ist nicht wahrer Gott, und: Er ist Einer aus den hundert Schafen, und: Die Weisheit Gottes ist zwar nicht geboren und ohne Anfang, aber es gibt viele geschaffene Kräfte, von denen Christus Eine ist? Oder warum murren Acacius und Eusebius, welche sich an der sogenannten Kirchweihe Ausdrücke, die in den Schriften nicht stehen, erlaubt und gesagt haben, der Erstgeborne der Schöpfung sey das gleiche Ebenbild der Wesenheit, der Macht, des Rathschlusses und der Herrlichkeit, jetzt gegen die Väter, als hätten sie Ausdrücke vorgebracht, welche nicht in den Schriften stehen, und weil sie sich des Wortes „Wesenheit“ bedient haben? Denn sie hätten entweder über sich selbst murren, oder die Väter nicht beschuldigen sollen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger